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Einige Parallelismen zwischen Wealden- und Karbonsteinkohlenbildung

Gothan, Walther

Kurzfassung

Es ist eine merkwürdige Tatsache, daß nach dem Erscheinen der älteren umfangreichen Arbeiten über den Wealden und seine Flora von DUNKER (1846) und SCHENK (Wealden-Flora 1871 und auch 1875) über die deutsche Wealdenflora nichts mehr erschienen ist, und daß auch in die Sammlungen Fossilien dieser Art nur in ganz geringer Anzahl gekommen sind. Über ausländische Wealdenfloren der verschiedensten Länder ist mehreres erschienen, über die deutsche nichts, obwohl sie sich gerade unter den Fachgenossen wegen der früheren Veröffentlichungen besonderen Rufs erfreute. In die Sammlung der Geologischen Landesanstalt sind später eigentlich nur einige Stücke durch E. NAUMANN und O. GRUPE gelangt, und es sah so aus, als ob an Ort und Stelle kaum noch etwas zu finden sei. Diese Funde sind in den Erläuterungen zu den Blättern Bückeburg, Cathrinhagen, Eldagsen usw. erwähnt worden. Da die Aufschlüsse in den Gruben und auch nach dem Kriege an einigen versprechenden Stellen fortgesetzt wurden, z. B. am Süntel und am Osterwald, war es eigentlich nicht recht verständlich, daß der Quell der fossilen Flora im Wealden versiegt sein sollte. Die Beobachtungen des Verfassers an Ort und Stelle haben gezeigt, daß nach wie vor die altbekannten und auch noch neue Formen der Wealdenflora zum Vorschein kommen und auch zu finden sind. Es hat sich aber last kein Mensch an Ort und Stelle um die Sache gekümmert. Es sind außer von den genannten Geologen aber noch einige Funde besonders in den Obernkirchner Sandsteinbrüchen auf den Bückebergen durch BALLER-STEDT-Bückeburg gemacht worden, der allerdings wesentlich die schönen Wirbeltierreste aus diesen Sandsteinbrüchen gesammelt hat. Die neu gemachten Pflanzenfunde sollen hier im einzelnen nicht beschrieben werden, aber eine Aufzählung einiger Fundorte mag zeigen, daß noch an vielen Stellen Möglichkeit zum Sammeln besteht. Es seien genannt verschiedene Halden des Liethstollens auf den Bückebergen, die neuen Halden des Hauptflözes bei Kirchhorsten, der Steinbruch am Mundloch des alten Harrlstollens am Eisenbahntunnel der Bückeburg-Eilsener Kleinbahn und die Halden dort an der Chaussee nach Bad Eilsen zu, verschiedene Steinbrüche in der ganzen Bückeburg-Obernkirchener Gegend, die oft auch kleine Flözchen aufgeschlossen haben, ferner verschiedene Halden, die vom Nach- und Vorkriegsbergbau am Osterwalde herrühren usw. ...