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Die natürlichen Straßenbaugesteine Deutschlands und ihre Lagerstätten

Burre, Otto

Kurzfassung

Als natürliche Straßenbaugesteine sind die Gesteine zu bezeichnen, die außer der Formgebung keiner weiteren Bearbeitung unterzogen werden und so in die Straße eingebaut werden, wie sie uns die Natur liefert. Hierher gehören also in erster Linie die Gesteine für Packlage, Pflaster, Schotter und Splitt. Dazu kommen Rand- oder Bordsteine und Gehbahnplatten. Dagegen fallen nicht unter diesen Begriff die künstlichen Gesteine wie Schlackensteine, Klinker, Beton u.a. Auch die mineralischen Rohstoffe für die künstlichen Gesteine werden hier nicht behandelt. A. Die natürlichen Straßenbaugesteine und ihre Hauptverwendungt: Die Eruptivgesteine liefern die Hauptmasse der natürlichen Straßenbaugesteine, während die Sedimentgesteine mit wenigen Ausnahmen sehr stark dagegen zurücktreten. Auch von den metamorphen Gesteinen spielen nur einige wenige Vertreter eine größere Rolle. Das Hauptverwendungsgebiet der Tiefengesteine ist die Herstellung von Pflastersteinen, wozu sich in erster Linie die mittel- und feinkörnigen Abarten eignen, während die grobkörnigen weniger oder auch gar nicht brauchbar sind. Das gleiche gilt von der Verwendung zu Packlage. Für die Schottergewinnung spielen die Tiefengesteine zum großen Teil eine geringere Rolle; örtlich sind sie jedoch auch von großer Bedeutung. Die bankförmige Absonderung, besonders des Granits, bedingt die vielfache Verwendung zu Bordsteinen und Gehbahnplatten. Entsprechend der Häufigkeit und der Größe seiner Vorkommen in Deutschland steht der Granit an erster Stelle unter den Tiefengesteinen, während Syenit, Diorit, Gabbro und Granitporphyr dagegen zurücktreten, ohne jedoch an sich weniger wichtig zu sein. Von den älteren quarzhaltigen Ergußgesteinen liefern die Quarzporphyre ein vorzügliches Material für Packlage, Pflaster, Schotter und Splitt. Den gleichen Zwecken dienen die Quarzkeratophyre, die jedoch eine viel geringere Verbreitung haben. Die Felsitporphyre sind wegen ihrer feinkörnigen Beschaffenheit für Pflastersteine weniger geeignet. Die durch zahlreiche Arten vertretenen älteren quarzfreien Ergußgesteine Diabas, Porphyr, Porphyrit, Melaphyr und Kersantit dienen in erster Linie zur Herstellung von Packlage, Schotter und Splitt, liefern aber auch meist ein vorzügliches Kleinpflaster, während für Großpflaster nur die mittelkörnigen in Frage kommen. Unter den jüngeren quarzfreien Ergußgesteinen steht unbestritten der Basalt an erster Stelle, der infolge seines massenhaften Auftretens in manchen Gegenden und wegen seiner vorzüglichen Eigenschaften wohl als das wichtigste natürliche deutsche Straßenbaugestein bezeichnet werden kann. ...