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Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Pflasterstein- und Schotterindustrie

Klefenz, A.

Kurzfassung

Die volkswirtschaftliche Bedeutung einer Wirtschaftsgruppe ist im allgemeinen davon abhängig: 1. ob der Rohstoff im Lande gewonnen wird oder eingeführt werden muß, 2. ob bei der Gewinnung und Verarbeitung des Rohstoffes möglichst viel Arbeitskräfte beschäftigt werden, 3. ob durch die Produktion Erzeugnisse anderer Wirtschaftskreise in Anspruch genommen und somit diese Wirtschaftskreise belebt werden, 4. ob die Erzeugung in ihrer letzten Verarbeitung der Allgemeinheit dient und ihr Vorteile bringt. 1. Mit Ausnahme der Norddeutschen Tiefebene ist in nahezu allen Landesteilen Deutschlands gutes, größtenteils vorzügliches Steinmaterial zu finden, das in den weitaus meisten Fällen im Straßenbau Verwendung findet. Es muß betont werden, daß selten ein Land so an Gesteinsvorkommen gesegnet ist, wie gerade Deutschland, wir sind in der Tat ein ,steinreiches" Land. Aus der Verteilung der Vorkommen über das ganze Reich und aus dem Steinreichtum selbst ergibt sich zwangsläufig auch die volkswirtschaftliche Bedeutung des Naturgesteins, vor allem hinsichtlich des Wegebaues. Es handelt sich um einen rein deutschen Rohstoff, den die Industrie verarbeitet, und die zur Erfüllung ihrer Aufgaben irgendwelche ausländische Erzeugnisse nicht bedarf. Deshalb ist das Steingewinnungsgewerbe seit Jahrhunderten in Deutschland eingesessen und bereits in früheren Jahrzehnten zu ganz besonderer Blüte gelangt. Da man die Steinvorkommen vornehmlich in den entlegensten und ärmsten Gegenden findet, in denen die dort ansässige Bevölkerung in der Regel, abgesehen von wenigen Ausnahmen, fast ausschließlich auf die Steinbruch-Industrie angewiesen ist, treten hierdurch besondere sozialpolitische Momente in den I Vordergrund. Es ist somit der Wegebau unter Verwendung deutschen Steinmaterials eine nationale Pflicht, da bei allen Arbeiten, von der Gewinnung I im Steinbruch bis zum Einbau in die Straße, nahezu ausschließlch Handarbeit vorherrscht, die dem deutschen Volksgenossen, und zwar dem Ärmsten I unter ihnen, zugute kommt. ...