Original paper

Einheitliche Benennung für Sedimentgesteine

Udluft, Hans

Kurzfassung

Die Gesteinsnamen sind nichts anderes als Verständigungsmittel, zum menschlichen Gebrauch geprägt, um bestimmte in den Begriff hineingelegte Eigenschaften zu veranschaulichen. An und für sich erscheint es für viele belanglos, über Begriffe zu streiten, doch ist ein Gesteinsname in vielen Fällen nicht nur von wissenschaftlichem, sondern auch von praktischem und von rechtlichem Interesse. Deshalb ist es wichtig, daß jeder mit dem gleichen Wort die gleiche Vorstellung verbindet. Leider müssen wir aber heute bei den gleichen Gesteinsbezeichnungen zwischen ortsüblichem, handelsüblichem und wissenschaftlich-petrographischem Gebrauch unterscheiden und verbinden in vielen Fällen mit demselben Begriff verschiedene Vorstellungen, die sich nicht decken. Wenn man einmal dem Ursprung der Gesteinbezeichnungen nachgeht, die heute von jedem Volksgenossen verstanden werden, dann kann man feststellen, daß zwischen zwei verschiedenen Gruppen zu unterscheiden ist. Die erste Gruppe sind solche Bezeichnungen, die zweifellos eigenstes Sprachgut des Volkes sind; sie sind vom Volksmund draußen im Steinbruch, im Wald und Feld geprägt worden und sind in die Handels- und auch die wissenschaftliche Sprache übergegangen. Solche Worte sind z. B., ohne damit irgendwie eine philologische Vollständigkeit erreichen zu wollen: Kalk, Ton, Lehm, Mergel, Letten, Wacke, Schiefer. Die zweite Gruppe von Bezeichnungen sind zweifellos künstliche Begriffe, von irgendeinem Wissenschaftler erdacht, die aber ganz allmählich ihren Einzug in die Volkssprache gehalten haben und heute gar nicht mehr als fremd oder störend empfunden werden. Solche Worte sind z. B., um nur einige zu nennen: Basalt, Granit, Quarzit. Es ist klar, daß diese Worte, wenn sie neu eingeführt werden, mit einer bestimmten Definition ausgestattet sind, auf die im Zweifelsfall zurückgegriffen werden kann, während die Worte der ersten Gruppe von Hause aus keine Definition haben; ganz im Gegenteil, die wird ihnen erst allmählich aufgeprägt. Es wäre eine sehr dankenswerte sprachkundige Aufgabe, der Herkunft aller dieser Gesteinsbegriffe einmal nachzugehen, und die Wort- und Begriffsentwicklung einmal darzustellen. ...