Original paper

Grundsätzliches und Organisatorisches zur Prüfung natürlicher mineralischer Straßenbaustoffe

Stöcke, K.

Kurzfassung

Materialkonstanten: Bei der Prüfung und Bewertung von natürlichen Gesteinen hat man sich zunächst darüber klar zu werden, ob die Prüfung zu dem Zwecke ausgeführt werden soll, die Materialkonstanten eines Gesteins an sich zu ermitteln, oder ob das Gestein von vornherein für einen bestimmten Verwendungszweck ausgesucht werden soll. Bei Neuaufschlüssen von Steinbrüchen und in dem Falle, daß sich der Steinbruchbetrieb über die allgemeinen mineraltechnischen Eigenschaften des gewonnenen Materials klar werden will, ist die ziffernmäßige Kenntnis möglichst sämtlicher Materialkonstanten des abbebauten Gutes zweckmäßig. An Hand dieser technischen Zahlenwerte ist der Betrieb in der Lage, zu erkennen und nachzuweisen, ob es sich um einen ,guten Granit, guten Basalt, eine gute Grauwacke usw." an sich handelt. Zu Vergleichszwecken wurden Zahlentafeln mit technischen Werten von Straßenbaugesteinen schon früher im Schrifttum bekanntgegeben (BURRE, STÖCKE). Der Betrieb kann auf Grund dieser gewonnenen Erkenntnisse und aus dem Vergleich mit den bekanntgegebenen Häufigkeitswerten ein Bild gewinnen, wie er mit seinem geförderten Gestein ,liegt". Ferner ist er in der Lage, unter Angabe der technischen Werte ein Angebot des Gesteins für einen bestimmten Verwendungszweck zu machen (Vergl. Tafel S. 433). Verwendungszweck: Soll die Eignung eines Gesteins von vorneherein für einen bestimmten Verwendungszweck nachgewiesen werden, z. B. für den Hochbau, als Gleisbettungsstoff oder als Straßenbaustoff, so ist die Frage der Beurteilung eines Gesteins eine andere als im vorerwähnten Falle, und die Prüfung muß unter Berücksichtigung der zukünftigen Beanspruchungen, denen der Baustoff ausgesetzt werden soll, angesetzt werden. In diesem Falle muß man es sich abgewöhnen, nur das Gestein an sich als Bauelement zu betrachten, vielmehr ist seine Funktion im Bau, in der gesamten Baukonstruklion, die die Verbindung der Bauelemente ausmacht, klar herauszustellen. Straßenbau: Betrachten wir den Fall Straßenbau, so geht aus der Darstellung (Abb. 1) hervor, daß das Bauelement Naturgestein ganz verschiedenartig: formatisiert zu Pflasterstein, gebrochen als Packlage, Schotter und Splitt, ohne und mit Bindemittel, das wiederum steinartig erhärtend oder plastisch sein kann, zu einer Straßenkonstruktion zusammengefügt wird. Prüfungsablauf: Der normale Ablauf einer Prüfung eines Straßenbaugesteins ist aus Abb. 2 zu ersehen. ...