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Wesen und Erscheinung des Sonnenbrandes

Hoppe, W.

Kurzfassung

1. Die Kennzeichen des Sonnenbrandes an Basalten und gleichzeitig die Stufen seines Verlaufes sind die Bildung grauer, sternenförmiger Flecken, Entstehen von Haarrissen, Zerfall des Gesteins. Das bergfrische, zum Sonnenbrand neigende Gestein unterscheidet sich, abgesehen von teilweise, aber nicht immer vorhandenem hakigen Bruch, nicht von einem gesunden Basalt. Die Sonnenbranderscheinungen treten erst bei der Verwitterung und der Einwirkung der Atmosphärilien auf, i. a. bereits nach einigen Monaten. Die grauen Flecken und das davon ausgehende feine graue Geäder in den Kissen sind als die Querschnitte von körperlichen Gebilden aufzufassen. 2. Der Sonnenbrandvorgang ist etwas anderes als die normale Verwitterung, der alle Gesteine unterliegen. Beide Erscheinungen sind scharf auseinander zu halten. 3. Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse führen zur folgenden Vorstellung über den Sonnenbrandvorgang: Die Voraussetzung für das Auftreten des Sonnenbrandes liegt in dem Vorhandensein der sich optisch anormal verhaltenden Restglasausscheidung der basischen Basalte, die labiler Natur ist. Chemische und physikalische Prozesse wirken zusammen. Zuerst setzen chemische Vorgänge ein. Es wird angenommen, daß die Restglasmasse - nach unseren Versuchen - eine Hydrolyse mit folgender Hydratisierung und - nach STEUER und seinen Mitarbeitern - infolge ihrer zeolithähnlichen Beschaffenheit eine Entglasung unter ± Wasseraufnahme zu Zeolithkriställchen erfährt. Als Folge der chemischen Prozesse setzen Vorgänge physikalischer Natur ein. Durch die Veränderungen in der Restglasausscheidung entstehen an den Stellen ihrer schlierigen Anordnung die grauen Flecken, an den Stellen der feinen Verteilung in dem Geäder die grauen Schleier. Die mit den Veränderungen in der glasigen Füllmasse vor sich gehenden Volumschwankungen führen zur Entstehung von Rissen, die mit einem feinen Überzug der grauen Substanz besetzt sind. Die Risse veranlassen schließlich den Gesteinszerfall. Die Anlage zum Sonnenbrand ist demnach bereits im frischen Gestein vorhanden. Durch die Verwitterung und das Einwirken der Atmosphärilien werden die Vorgänge erst ausgelöst. 4. Es wird vorgeschlagen, nur dann von Sonnenbrand zu sprechen, wenn die Erscheinung an Veränderungen in der glasig erstarrten und labilen Restausscheidung des Magmas geknüpft ist. Alle anderen ähnlichen Merkmale sollen nur als sonnenbrandähnliche Erscheinungen aufgefaßt werden. 5. Sonnenbrandähnliche. Erscheinungen sind folgende: I Flockenbildung, aber ohne das Auftreten von Rissen und ohne Zerfall, infolge Verwitterung einzelner Mineralien; Flecken- und Rißbildung mit Zerfall durch Verwitterung einzelner Mineralien, z. B. in einem Fall anscheinend von Zeolith hydrothermaler Entstehung; der kokkolithische Zerfall der glashaltigen basischen Basalte, der nur ein physikalischer Prozeß ist und durch Auslösung von vorhandenen Spannungen erfolgt. ...