Original paper

Erstarrungsformen rheinischer Basalte und ihre Bedeutung für den Abbau

Richter, Max

Kurzfassung

Es ist eine bekannte Tatsache, daß fast die sämtlichen Eruptivgesteine irgendwelche Absonderungsformen zeigen. Diese stehen dabei in den meisten Fällen in einem ganz deutlichen Zusammenhang mit der geologischen Form und vielfach auch mit der inneren Struktur der betreffenden Gesteine. Sind die Absonderungsformen bekannt und ist vor allem ihre Lage in einem Eruptivkörper festgestellt, dann ergibt sich gewöhnlich auch ohne weiteres die Erstarrungsform desselben. Da sehr häufig die innere Struktur eines Eruptivkörpers, vor allem bei den basischen Ergußgesteinen, so ohne weiteres nicht feststellbar ist, hilft nur die Untersuchung der Absonderungsformen, um in den vulkanologischen Aufbau einen Einblick zu erhalten. Lage, Form und Ausdehnung eines Eruptivkörpers können dann aber auf diesem Wege klar erkannt und vor allem auch für praktische Zwecke nutzbar gemacht werden. Diese Untersuchungsmethode ist vor allem nutzbringend bei den Basalten zu verwenden, die ja meistens besonders schön und deutlich bestimmte Absonderungsformen zeigen. Im Verlauf von vulkanologischen und praktischen Untersuchungen wurde in den letzten Jahren von mir eine Reihe von Basalten näher untersucht, um den Intrusionsmechanismus und damit auch die Erstarrungsform klarzustellen. Ein für diese Untersuchungen besonders lohnendes Gebiet liegt im Süden der niederrheinischen Bucht, beiderseits des Rheins etwa zwischen Bonn, Linz und der unteren Ahr. Aus tektonischen Gründen liegen gerade hier zahllose Basaltvorkommen auf engem Raum beieinander, die durch Steinbrüche in allen Stadien des Abbaus und damit auch in allen Stadien der geologischen Form meist vorzüglich aufgeschlossen sind. Sieht man vom Siebengebirge ab, das auch noch andere Schmelzen gefördert hat, so liegen alle Basaltvorkommen ganz auffällig gehäuft gerade in der Verlängerung der niederrheinischen Bucht bzw. in deren tektonischer Fortsetzung nach SSO (Rheintalgraben, RICHTER 1934). Außerhalb dieses tektonisch ziemlich gestörten Streifens treten die Basalte gegen den Westerwald und die Hohe Eifel hin zunächst ganz zurück, wie bereits BURRE 1934 zeigen konnte, so daß daraus der Zusammenhang des tertiären Vulkanismus mit der Tektonik des Rheintalgrabens klar hervorgeht. Dieser Zusammenhang mit der Tektonik ergibt sich aber dann besonders häufig, wenn man das Auftreten der Basalte im einzelnen verfolgt. Schon BURRE und HOFFMANN 1928 konnten zeigen, daß die Basalte ganz augenfällig bestimmten Linien zu folgen scheinen. ...