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Nutzung der Blockanreicherungen im Norddeutschen Flachlande zu Straßenbaumaterialien (nach Danziger Beobachtungen)

Moldenhauer, Erich

Kurzfassung

Allgemeines: Das Gebiet des Freistaates Danzig besteht etwa zu zwei Dritteln aus dem alluvialen Weichsel-Nogatdelta, das letzte westliche Drittel, die Höhe, aus Diluvialbildungen, überwiegend Geschiebemergel und Sanden. Die beigefügte Übersichtskarte stellt lediglich dieses Gebiet dar. Anstehende nutzbare Gesteine sind nirgends vorhanden, doch wurden seit Jahrzehnten die besonders stark im Gebiete der Mittelhöhe oberflächlich verbreiteten Geschiebe teils gesammelt, teils gegraben und bei den Straßenbauten der Kreise und Gemeinden verwandt. Ein im Frühjahr 1930 zur Arbeitsbeschaffung aufgestellter Straßenbauplan lenkte das Augenmerk ganz besonders auf die Möglichkeit, heimisches Material zu gewinnen und zu verwenden. Zu diesem Zwecke wurden an dem durch ihre Blockpackungen bekannten Endmoränenzuge Meisterswalde-Grenzdorf-Postolau vier größere Abbaubetriebe: Saskoschin (1), Grenzdorf (2), Fünfgrenzen (3) und Lamenstein (4) eingerichtet. (Vergl. Übersichtskarte Abb. 1.) Der größte Teil liegt im Staatsforst; das mächtigste Vorkommen, der Steinerberg bei Saskoschin, dagegen im Privatforst. Hier waren bereits seit längerem Bestrebungen im Gange, diese abseits von Straßen gelegene große Blockpackung zur Steinwerbung zu erschließen. Die Unsicherheit über die Lage und die Menge der vorhandenen Geschiebe hatte aber bisher die Pläne nicht zur Durchführung kommen lassen. Lagerstättenaufnahme und Abbau von Saskoschin. Zur Klärung der Sachlage erfolgte eine Aufnahme durch E. OSTENDOKFF im April 1933. Das Verfahren war etwa so, wie von KEILHACK bereits 1900 beschrieben. Es wurden außer Handbohrungen mit dem 2-m-Bohrer zahlreiche kleinere Schürflöcher bis auf den Untergrund hergestellt, die Steinausbeute einzeln aufgemessen und daraus die Grenzen der dargestellten Flächen bestimmt. Der Untergrund war fast überall sandig-kiesiger Schotter, bei den Blockstreuungen Geschiebelehm und -mergel; beides kommt aber auch in dünnen bis zu 30 cm mächtigen Schichten zwischen den Steinen vor. Das Ergebnis ist in der Spezialkarte Abb. 2 dargestellt: Abgebaut wurden bisher das Vorkommen der Fläche 1 (der Steinerberg) ganz, von den Flächen 2 nur der anschließende Teil bis zur großen N-S-Schneise und die schmale nördlich verlaufende Steinader. Sie ergaben innerhalb 12 1/2 Monaten 22 950 cbm Rohsteine, wovon nur 18 000 cbm auf die Fläche 1 entfallen sollen. ...