Original paper

Folgeerscheinungen getarnter Gesteinsbrüche

Brockmeier, Heinr.

Kurzfassung

Im Anschluß an den Vortrag des Herrn K. STÖCKE, Berlin (Naturstein-Tagung d. D. Geol. Ges. in Darmstadt), lenkte ich die Aufmerksamkeit auf Kieselschiefergerölle aus der Ruhrgegend und von M.-Gladbach (Kieseloolithkies und Hauptterrasse), welche parallel zur Schichtung, aber auch in anderen Richtungen hellgefärbte, weniger widerstandsfähige Zonen erkennen ließen. Die Abbildungen einer kleinen Auswahl solcher Gerölle auf Taf. 29 bringen deutlich die hier zu behandelnde Erscheinung zum Ausdruck. In Darmstadt wurde hervorgehoben, daß ein gleichartig erscheinendes Gestein in verschiedenen Richtungen verschiedene Druckfestigkeit aufweisen kann. In der Zeitschrift ,Naturforscher" (Juliheft 1935, S. 135 u. 136) hebt RUD. HUNDT in seiner Arbeit über den Marmor in Ostthüringen hervor:... Von einem Freunde erhielt ich ein Brillenglas (concav), welches nahezu in der Mitte ein fast kreisförmiges Loch von 1,5 cm Durchmesser aufwies. Weitere Beschädigungen in Gestalt von Sprüngen hat das Glas nicht. Beim Lesen mit der unbeschädigten Brille war das Mittelstück des Glases auf den Tisch gefallen und zersplittert. KONR. KEILHACK (Lehrb. d. prakt. Geologie, 2. Aufl., S. 161) berichtet, daß der Granit der Lausitzer Überschiebung stellenweise geschiefert und in ein tonschieferartiges Gestein verwandelt wurde. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen bin ich zu der Überzeugung gekommen, daß durch Erschütterungen der Erdrinde neben den so häufigen Rissen und Spalten auch Gefügelockerungen der Gesteine (getarnte Gesteinsbrüche) entstehen, die erst durch Folgeerscheinungen für das unbewaffnete Auge sichtbar werden. Schon seit vielen Jahren haben die hellgestreiften Kieselschiefergerölle in den zahlreichen Kiesgruben von M.-Gladbach meine besondere Aufmerksamkeit erregt. Ein faustgroßes Geröll in meiner Sammlung ist nach verschiedenen Richtungen von zahlreichen hellen Streifen durchsetzt, die auf der Gerölloberfläche strichartig erscheinen. Ein Kieselschieferhandstück von Sonneberg bei Andreasberg aus der Sammlung meines Lehrers (WILH. DUNKER) zeigt dieselbe Erscheinung. ...