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Prüfung von Betonzuschlagstoffen

Kranz, Walter

Kurzfassung

In früheren Jahren hatte ich mehrfach Gelegenheit, auf den Nutzen fachgeologischer Mitwirkung bei Wahl und Beurteilung von Beton-Zuschlagstoffen hinzuweisen; es hat augenscheinlich wenig geholfen, bei Fachleuten des Betons, der Materialprüfung, wie bei Geologen. Erst kürzlich meinte z. B. H. BREYER, ,bei Betonzuschlagstoff für Unterbeton in Straßendecken dürfte die Ermittlung der Kornzusammensetzung ausreichen; nur in besonderen Fällen wird man noch bei Basalt Versuche auf Sonnenbrandzerfall anzustellen haben und die Druckfestigkeit und Zähigkeit an Schotter und die Gewichtsverhältnisse prüfen". Bei Betonzuschlagstoff für Oberbeton in Fahrbahndecken sei ,neben der Ermittlung der Zähigkeit die Feststellung der Verschleißfestigkeit und die Bestimmung der Kornzusammensetzung wesentlich." Sicherlich können diese Ermittlungen nur nützen, nach meinen Erfahrungen bei Beton-Bauten, namentlich im Weltkrieg, genügen sie aber in vielen Fällen nicht. Es kommt - außer auf einwandfrei brauchbares Wasser, das oft nur der Geologe nachweisen kann - beim Betonieren auch sehr wesentlich auf das für die Zuschlagstoffe verwendete Gestein an. Nach Druckproben im Weltkrieg mit reinen gewaschenen guten Zuschlagstoffen, erdfeucht gemischt mit gutem gewöhnlichem (nicht ,hochwertigem") Portlandzement, in Betonwürfeln von 30 cm Kantenlänge können bei entsprechenden Verhältnissen nach 28 Tagen Abbinden etwa folgende Beton-Druckfestigkeiten in kg/cm2 erwartet werden: Ungewaschener Sand, Kies, Splitt und Steinschlag ergibt geringere Druckfestigkeit, hochwertiger Zement höhere. Künstlicher Gesteins-Quetschsand ergibt sehr verschiedene Druckfestigkeiten, was in jedem Einzelfall besonders sorgfältig geprüft werden muß. Kleinere Betonwürfel, z. B. von 20 cm Kantenlänge, erreichen höhere Werte. Schon diese kurze Auswertung zahlreicher Beton-Druckproben zeigt, daß mit Hartgesteinen als Zuschlagstoffe wesentlich höhere Druckfestigkeiten erzielt werden können, als z. B. mit Kalken. ...