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Entdeckung und Bergung des größten, bis jetzt bekannten Exemplars von Arthropleura armata JORDAN & V. MEYER in Grube Maybach-Saar

Guthörl, Paul

Kurzfassung

1. Fundort. Grube Maybach-Saar, IV. Tiefbausohle, Grundstrecke west, Flöz 4; 105 m westlich vom Haupt-Querschlag. 2. Fundschichten. Mittleres Oberkarbon, Westfälische Stufe G, untere Saarbrücker Schichten, Fettkohlenschichten, Sulzbach-Flözgruppe, Flöz 4 (Hangendes). 3. Entdeckung. Am 5. Juni d. J. kontrollierte ich als Staubsteiger das Hangende und die Seitenstöße der Grundstrecke ost und west Flöz 4, IV. Tiefbausohle auf Kohlenstaub-Ablagerungen mit einer elektrischen Scheinwerferlampe, die sich zu diesem Zweck weit besser eignet als die Benzinlampe. Etwa 105 m westlich vom Haupt-Querschlag entdeckte ich beim Ableuchten des Hangenden der Strecke an einer Stelle zwischen der Verpfählung einen Abdruck auf der mir zugekehrten Schichtfläche, den ich als die Rücken-Segmente von Arthropleura, dem Riesen-Arthropoden des Obercarbons, identifizieren konnte. Nachdem durch Abklopfen festgestellt war, daß das Hangende an der Fundstelle sehr fest ist, ergänzte ich die Verpfählung, damit nicht unberufene Hände den Abdruck beschädigen sollten. Durch Vermittlung von Herrn R. BÄRTLING wurde mir dann von der Generaldirektion der Saargruben der Auftrag erteilt, die Versteinerung zu bergen. 4. Bergung. Obwohl sich das Hangende der Strecke beim Abklopfen als fest erwies, war doch größte Vorsicht geboten, da die Strecke im Bereich des Fund-Punktes sehr durch den in der Nähe stattgefundenen Abbau von Flöz 4 in Mitleidenschaft gezogen wurde (Sohlendruck), was auch aus der Abb. 2 ersichtlich ist. Da die gewählte Methode auch für spätere Fälle von Bedeutung sein kann, soll sie hier ausführlicher beschrieben werden. Am 12. Juni wurden bei einer Befahrung der Grube Maybach mit den Herren R. BÄRTLING und H. BODE an Ort und Stelle die technischen Möglichkeiten für die Bergung des Fossils erörtert. Vor der Bergung schien es auf alle Fälle notwendig zu sein, ein Lichtbild von dem Stück herzustellen. Am 14. Juni wurde mit der Bergung des Stückes begonnen. Da das Exemplar eine Länge von etwa 80 cm und eine Breite von etwa 22 cm hat, dazu schiefwinklig zur Strecken-Längsachse liegt (Abb. 3), galt es, zunächst eine Fläche von etwa 1 m Länge und Breite abzugrenzen, die dasselbe einschließt. In die Begrenzungslinien dieses Quadrats wurden mittels Preßluft-Bohrhammer Löcher von je 25 cm Tiefe und etwa 4 cm Durchmesser ungefähr senkrecht zur Schichtfläche gebohrt (das Einfallen der Schichten beträgt an der Stelle ungefähr 5°) und zwar so, daß zwischen je 2 Bohrlöchern ein Mittel von 2 bis 3 cm stehen blieb. ...