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Die Unterscheidung der Lias- und Rhätflora

Gothan, Walther

Kurzfassung

In den Jahren 1910-13 beschäftigte ich mich u. a. mit den zahlreichen Pflanzenfunden, die die Nürnberger Naturhistorische Gesellschaft in den Tongruben bei Rollhofen-Schnaittach aufgesammelt hatte, die z. T. im Besitz der Nürnberger Naturhistorischen Gesellschaft sind, z. T. damals in Göttingen in der SALFELD'schen Sammlung sich befanden. Es waren auch noch andere Fundpunkte der Nürnberger Umgegend und überhaupt des fränkischen Bezirks in Betracht gezogen, wegen deren ich auf meine Arbeit von 1914 verweise. Ich kam dort zu dem Resultat, daß die pflanzenführenden Schichten Frankens - wenigstens soweit man die Profile genauer übersehen konnte - nicht dem Rhät, sondern noch dem Lias zuzurechnen seien. Auf die älteste Geschichte der Sache brauche ich hier nicht einzugehen; die Fragen gehen schon in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück, wo eine Kontroverse zwischen dem Bamberger SCHRÜFER und GÜMBEL damit endete, daß die pflanzenführenden Schichten von GÜMBEL für rhätisch erklärt wurden, was auch von den meisten seitdem angenommen worden ist. SCHENK, der 1867 seine umfangreiche Arbeit über die Flora der Grenzschichten des Keupers und Lias Frankens veröffentlichte, sprach sich nicht bindend aus, hat aber in dieser Abhandlung nicht nur fränkische, sondern auch sonstige Fossilien mit berücksichtigt, selbst solche aus der Gegend von Braunschweig (Lepidopteris ottonis). Ich setzte in der Schrift auseinander, daß die bei Coburg vorhandenen Psilonoten- und Planorbis-Schichten in Franken nirgends vertreten seien, sondern daß über den strittigen Pflanzenschichten stets Angulaten- oder in der Nürnberger Gegend meist Arieten-Schichten liegen, und daß die Schichten als ein kontinentales Äquivalent der Planorbis-Schichten und zum Teil wohl auch der Angulaten-Schichten aufzufassen seien. Eine Äußerung anderer Geologen ist, soviel mir bekannt, nicht erfolgt, bis im Jahre 1924 RÜGER (1924, S. 95 ff.) sie wieder zugunsten seiner paläogeographischen Konstruktionen für Rhät erklärte (s. 166 ff). Er erklärt, daß das fränkische Rhät doch eine Menge Formen enthalte, deren rhätisches Alter an anderen Stellen durchaus sicher sei, nämlich Clathropteris platyphylla, Thaumatopteris schenki, Dictyophyllum acutilobum, Otozamites brevifolius und Podozamites distans. Ferner habe NATHORST die Übereinstimmung der rhätischen Zone 8 von Schonen mit der Flora von Theta bei Bayreuth hervorgehoben. ...