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Mitteilungen über Wirbeltierreste aus dem Mittelpliocän des Natrontales (Aegypten) - 7. Artiodactyla: A. Bunodontia: Suidae

Tobien, Heinz

Kurzfassung

Die erste Mitteilung über Suidenreste in den Berichten und Beschreibungen der Wirbeltierfauna des mittleren Pliocäns im Natrontal (Aegypten) findet sich bei ANDREWS (1902, S. 436, Taf. 21, Fig. 6), der unter Sus sp. den M1 inf. eines kleinen Schweines abbildet und beschreibt; der Autor zieht in erster Linie die von LYDEKKER (1884) als Sus hysudricus F. u. C. bezeichneten und auf Taf. 8, Fig. 2 u. 3 wiedergegebenen Mandibelfragmente zum Vergleich heran. Im gleichen Jahr erwähnt STROMER (1902, S. 110) ein proximales Femurfragment und einen Epistropheus, die die Größe eines rezenten Sus scrofa ferus besitzen, wobei jedoch die Zuteilung des Epistropheus zur Gattung Sus nicht einwandfrei ist. Der gleiche Autor vermehrt 1905 (S. 118) den Umfang der Materialien durch Mitteilung eines unteren Humerusgelenkes, das in seiner Größe zu dem kleinen von ANDREWS beschriebenen Molaren passen soll, ferner um das Distalende einer linken Tibia, welches mit den Dimensionen des 1902 durch ein Femurfragment angezeigten großen Suiden in Einklang steht. Diese von v. STROMER 1902 und 1905 erwähnten Reste, die das Ergebnis eigener Aufsammlungen an Ort und Stelle waren, wurden durch eine weitere Sammelreise im Jahre 1910/11 wesentlich vermehrt, wobei jedoch die dabei gefundenen Suidenreste nur insoweit Erwähnung fanden, als in den einleitenden Bemerkungen zu der Beschreibung der Primaten (1913, S. 351) unter den übrigen Funden ein großer Suide der ,verrucossus-Gruppe" festgestellt wurde. Einer Anregung Herrn v. STROMER'S folgend, soll im Folgenden eine Beschreibung dieser Reste, welche außer einem im Geologisch - Paläontologischen Institut der Univ. Freiburg i. B. befindlichen Schädelfragment, aus isolierten Zähnen und Skelettresten (Sammlungen Frankfurt a. M., München, Freiburg i. B.) bestehen, gegeben werden. Vor allem habe ich dabei Herrn v. STROMER für die Überlassung des Materials der Münchner Sammlung, sowie für liebenswürdige briefliche Auskünfte und Mitteilungen zu danken, ferner Frl. T. EDINGER für die Vermittlung der im Senckenbergischen Museum, Frankfurt, vorhandenen Reste, weiterhin den Herren F. BERCKHEMER (Stuttgart), H. POHLE (Berlin) und H. G. STEHLIN (Basel) für die bereitwilligst gewährte Erlaubnis, in den ihnen unterstellten Sammlungen Vergleiche an rezentem und fossilem Material anstellen zu dürfen. Für die Herstellung der Photographien bin ich Herrn Präparator J. LORGER zu Dank verpflichtet, ebenso Herrn Universitätszeichner DETTELBACHER für die Anfertigung der Zeichnungen zu Fig. 1 a, 1 b, 2; Taf. 6. ...