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Die neue vogtländische Wolframitlagerstätte von Pechtelsgrün bei Lengenfeld

Wernicke, F. ; Teuscher, E. O.

Kurzfassung

I. Allgemeines, geologisch-tektonische Position und Form der Lagerstätte 1. Allgemeines, Lage und Aufschlußverhältnisse: Das neue Wolframitvorkommen liegt in der Flur von Pechtelsgrün, einem Dorfe in der Amtshauptmannschaft Auerbach im Vogtland. Die Lagerstätte wurde bisher auf der Ostseite des Höllberges, eines bewaldeten Hügels, der sich etwa 30 m aus der von Wiesen und Feldern bedeckten Umgebung heraushebt, nachgewiesen. Geologisch kennzeichnend für das Vorkommen ist seine Lage innerhalb des Kirchberger Granitmassivs, 3 km von dessen westlichem Kontakt mit den Gesteinen der paläozoischen Schieferserie entfernt (siehe Abb. 1). Im nächsten Bereich der Lagerstätte ist der Granit in Greisen umgewandelt worden, der bereits früher erkannt und auf der geologischen Spezialkarte ausgeschieden wurde, die kartographische Darstellung (vgl. Bl. 135 der geol. Spezialkarte von Sachsen) bedarf jedoch der Berichtigung. Das Vorkommen wurde von Herrn Oberlehrer GERBER in Lengenfeld zuerst bemerkt. Er fand in einem Gebiete, das der geologischen Spezialkarte zufolge durch das Vorkommen von Greisen ausgezeichnet ist, und auch westlich hiervon im Höllbergwalde eine größere Anzahl von Gangstufen, in denen bis einige Zentimeter große Wolframitleisten eingewachsen sind (s. Tf. 21, Bild 1). Auf solche Lesesteine von Quarzwolframitpegmatit beschränkte sich bis zum Sommer 1934 unsere Kenntnis des Pechtelsgrüner Vorkommens. Die Verbreitung des reichen Lesesteinmaterials von Greisen- und Gangstücken ließ vermuten, daß eine Lagerstätte von beträchtlicher Ausdehnung vorhanden sei. Zur Untersuchung der Lagerstätte wurden gleichzeitig zwei Gesenke niedergebracht. Diese folgten großenteils alten Versuchsarbeiten, die durch pingenartige Gruben im Walde angezeigt wurden. Nach dem Fehlen jeder Überlieferung zu schließen, müssen diese Bergbauversuche ziemlich lange zurückliegen. Sie waren sicher von den Alten aufgegeben worden, weil man als regelmäßig einbrechendes Erz nur Wolframit gefunden hatte, für das bis etwa 1870 keine Verwendung bestand. Mit welcher Hartnäckigkeit wohl in der Hoffnung auf Funde von Zinnerz geschürft wurde, ersieht man daraus, daß von den Vorfahren ein tonnlägiger Schacht über 20 m tief niedergebracht worden ist. ...