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Stratigraphie und Faunenkunde des Lias | in Nordbayern

Krumbeck, Lothar

Kurzfassung

Einführung: Unter den Stufen des Lias in Nordbayern bietet für eine zusammenfassende stratigraphisch-faunenkundliche Darstellung keine derart günstige Voraussetzungen wie gerade Gamma. Denn Alpha ist wegen der faziellen Verschiedenheiten seiner Unterstufen (|1-3), die am besten gemeinsam behandelt werden, zwar an sich verlockend, bereitet aber besondere Schwierigkeiten durch regionalen Mangel oder Seltenheit an Leitversteinerungen. Beta ist vom Verf. (1932 b) vorläufig bearbeitet. Das bis 55 m mächtige Delta ist faziell einförmig, teil- und streckenweise versteinerungsarm und liefert verhältnismäßig wenige brauchbare Teilprofile, während vollständige Profile fehlen. Epsilon hat teil- und streckenweise keine Leitarten und ungenügende Aufschlüsse, so daß man zu immerhin kostspieligen Grabungen gezwungen ist. Noch mehr gilt das für das wohl ammonitenreiche, aber niemals von Natur entblößte Zeta. Demgegenüber hat Gamma senkrecht zur damaligen Küste eine leicht kenntliche regionale Verteilung seiner gesteinskundlich ziemlich verschiedenen Fazies. Sie sind fast überall befriedigend aufgeschlossen und führen größtenteils genug Leitformen, um eine allgemein gültige stratigraphische Gliederung zu ermöglichen. Überdies enthält | von allen Liasstufen die reichste und mannigfaltigste Tiergemeinschaft. Gerade in | kann eine vorläufige Übersicht, wie sie hier vorgelegt wird, durch künftige Sonderbearbeitung einzelner Landschaftsteile immer mehr ausgebaut werden. In | wird unterschieden eine mergelige (äußere) Beckenfazies und eine viel kalkreichere Randfazies, jene im Bereich der nördlichen, diese der südlichen Alb. Die Randfazies gliedert sich regional in wohl ungefähr der unbekannten Küste gleichlaufende Faziesgürtel. An die Mergelfazies reiht sich landwärts der Gürtel der Übergangsbildungen: Mergelig-kalkige Fazies im SW, Dolomitfazies im NO. Darauf folgt der küstennähere Gürtel der Kalksteinfazies. Sie ist westlich der Alb phosphoritisch, östlich davon oolithisch. Strandbildungen sind nicht bekannt. Jede Fazies ist für sich behandelt: Zuerst Profile, dann gesteins- und faunenkundliche Ergebnisse. Im Gesamtergebnis sind diese nach verschiedenen Gesichtspunkten verarbeitet. Profiltafeln, stratigraphische Tabellen und eine palaeogeographische Skizze erleichtern die Übersicht. ...