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Zur Genesis der norwegischen Schwefelkiesvorkommen

Carstens, C. W.

Kurzfassung

Schon im Jahre 1841 fing die Schwefelkiesproduktion in Norwegen an, allerdings anfangs in ganz kleinem Maßstabe. Erst 20 Jahre später, im Jahre 1861, erhielt die Kiesproduktion des Landes eine industrielle Bedeutung. Und da der Preis des Schwefelkieses schon einige Jahre nachher eine unerwartete Höhe erreichte, war es ganz natürlich, daß die Kiesproduktion des Landes fortwährend stieg - sie betrug somit schon im Jahre 1872 etwa 100 000 t. Von diesem Jahre an ging indessen die Kiesförderung Norwegens etwas zurück und blieb 25 Jahre lang verhältnismäßig konstant - etwa 60 000 t jährlich. Die zweite Produktionssteigerung begann im Jahre 1897 wegen der vermehrten Nachfrage nach Schwefelkies für verschiedene industrielle Zwecke. Besonders für die Sulfitzellstoffindustrie wurde zu dieser Zeit der Schwefelkies von der größten Bedeutung. Die Kiesförderung Norwegens ist seit der Jahrhundertwende etwa kontinuierlich gesteigert worden. Nur die Nachkriegsjahre zeigen einige Rückgänge. Die Kiesproduktion erreichte 1934 ihre maximale Größe, fast 1 Mill. t, oder genau 961 000 t. Die Kiesproduktion Norwegens betrug dieses Jahr etwa 15% der gesamten Kiesproduktion der Welt. Norwegen steht somit als Kiesproduzent an zweiter oder dritter Stelle - nach Spanien und eventuell auch nach Japan. Die gesamte Produktion von 1841 bis heute beträgt im ganzen etwa 18,3 Mill. t, wovon die letzten 12 Jahre etwa die Hälfte produziert worden ist. Die Kiesproduktion Norwegens 1861-1935 geht aus Abb. 1 hervor. Heute sind in Norwegen 9 Schwefelkiesgruben in Betrieb, die über das ganze Land etwa gleichmäßig verteilt sind. Dazu kommen noch einige Gruben, die Schwefelkies als Nebenprodukt fördern. Von den 9 Kiesgruben produzierte im Jahre 1934 die größte Grube - Lokken Verk - 513 000 t, etwa 53% der Gesamtproduktion entsprechend. Der größte Teil der Schwefelkiesproduktion Norwegens wird ausgeführt. Die Ausfuhr im Jahre 1934 betrug 657 000 t, etwa 68% der gesamten Produktion. Davon gingen 304 000 t nach Deutschland - das entspricht etwa der Hälfte der gesamten Kiesausfuhr Norwegens. ...