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Zwei Spiriferen aus dem Paläozoicum Nordspaniens

Dahmer, G.

Kurzfassung

Unter den Versteinerungen, die H. QUIRING auf einer Studienreise durch den Steinkohlenbezirk der Provinz Palencia (Nordspanien) gesammelt hat, befinden sich auch mehrere Brachiopoden, die mir zur Bearbeitung vorlagen. Besonderes Interesse bieten zwei Spiriferen: eine neue Art aus dem Quarzit von Cervera de Pisuerga insofern, als ihr Muttergostein bisher als fossilleer galt, eine im Mergel von Redondo auftretende, bis jetzt nur aus Osteuropa und Asien bekannte Karbonform aus stratigraphischen Gründen. Ich verweise dieserhalb auf die Arbeit von QUIRING: ,Über die stratigraphische Stellung der ostasturischen Steinkohle" (,Glückauf" 1935, S. 350). Spirifer (Spirifer) wakoniggi n. sp. aus dem Quarzit von Gervera (Prov. Palencia). Der Fundpunkt liegt am Ostufer des Rio Rivera, 1500 m südwestlich von Cervera. (Taf. 34, Fig. 1-5.) Stielklappe ziemlich stark gewölbt, an den Seiten flügelartig gestaltet, etwa doppelt so breit wie lang; größte Breite am Schloßrand. Wirbel klein, über den Schloßrand eingekrümmt und nur wenig über ihn hervorragend. Area von mittlerer (etwa ein Viertel der Schalenlänge betragender) Höhe, gerade, steilgestellt, mit feinen Längsstreifen und querstehenden Runzeln verziert. Sinus mäßig eingesenkt, schmal, von ziemlich kräftigen Kanten begrenzt, die erst in der Nähe des Stirnrandes etwas mehr auseinandertreten. Im Sinus liegen drei Falten: eine leistenartig hervortretende in der Mitte und je eine sehr schwache, erst am Stirnrand etwas deutlicher werdende daneben. Die gewölbten Schalenseiten sind mit schwachen, gerundeten Rippen verziert, die durch Zwischenräume von etwas größerer Breite getrennt sind. Bis zur Mitte jeder Seitenfläche zählt man 8 bis 10 Rippen, nach den Flügeln hin worden sie obsolet oder jedenfalls so fein, daß ihre Abdrücke in dem rauhen Muttergestein nicht mehr zu erkennen sind. Die Breite des Sinus am Stirnrand entspricht etwa der von den fünf nächstliegenden Falten eingenommenen Strecke. Feine Anwachslinien sind nur hier und da in der Nähe des Stirnrandes angedeutet. ...