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Zur Kenntnis der Ammonitengattung Onychoceras WUNSTORF

Frentzen, Kurt

Kurzfassung

Von der Ammonitengattung Onychoceras WUNSTORF, die wegen anormaler Wohnkammerausbildung besondere Beachtung verdient, waren bisher nur wenige Stücke einer Art, des Onychoceras differens WUNSTORF, aus dem oberen Toarcien (Jurensis-Schichten) NW Deutschlands, den Schichten mit Harpoceras dispansum LYC vom Gallberg bei Salzgitter bekannt. (WUNSTORF 1907.) Grabungen im Lias Delta (Amaltheen-Schichten) Südwestdeutschlands, die von Herrn J. BESSLER, Karlsruhe (BESSLER 1935) und mir (FRENTZEN 1934) durchgeführt wurden, haben weitere Funde von Angehörigen der Gattung Onychoceras geliefert. Sie verteilen sich auf drei Arten, die keineswegs selten sind. Wenn sie bisher nicht beschrieben wurden ist dies in erster Linie darauf zurückzuführen, daß zwei von ihnen als Kleinformen die einen Durchmesser von 12 mm nur selten überschreiten, für Jugendformen von Amaltheen gehalten worden sind, denen sie bei flüchtiger Betrachtung im Habitus sehr nahe kommen. Die dritte Art Pseudoamaltheus laevis QU. ist in ihrer systematischen Stellung bisher verkannt worden. Zur Gattung Onychoceras gehört ferner, wie ich durch Nachprüfung des Originalstückes festgestellt habe, Proamaltheus wertheri LANGE aus den unteren Amaltheen-Schichten von Werther in Westfalen (LANGE 1932.) 1. Onychoceras costulatum nov. spec.: Es liegen mir zur Untersuchung aus den Depressus-Schichten von Zeutern in der Langenbrückener Senke 33 und von Reutlingen (Tongrube) 8 Stücke vor, die als Brauneisenstein- oder Pyritsteinkerne erhalten sind. Der Durchmesser der Stücke schwankt zwischen 5,8 und 9,8 mm, nur eines besitzt einen solchen von 13,5 mm. O. costulatum hat scheibenförmige Gestalt. Die Dicke (Wh : D) schwankt zwischen 28 und 38, bei der Mehrzahl der ausgewachsenen Stücke zwischen 30 und 35% des Durchmessers. Bei Jugendformen und inneren Windungen ist die Dicke etwas größer und beträgt 35-38% des Durchmessers. Die innersten Windungen bis zu einem Schalendurchmesser von ca. 4 mm sind tief genabelt. Mit zunehmendem Schalendurchmesser wird der Nabel flacher, ohne aber seine Weite, die im Mittel 32% des Durchmessers beträgt, zu verändern. Bei ausgewachsenen Exemplaren, die an den schmalen Zwischenräumen der letzten vor der Wohnkammer liegenden Kammerwände als solche leicht kenntlich sind, vergrößert sich die Nabelweite ziemlich plötzlich bis auf 40% des Durchmessers. Bedingt wird dies dadurch, daß die Einrollung, die auf den inneren Windungen etwa 50% beträgt, sich stark verringert, wodurch die letzte Windung und besonders die Wohnkammer, die etwas mehr als die Hälfte von ihr ausmacht nahezu evolut werden. ...