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Zur Paläogeographie des sudetischen Kreidemeeres

Scupin, Hans

Kurzfassung

Vorbemorkungen: In einer kürzlich erschienenen Arbeit habe ich mehrfach auf die Vorteilung von Wasser und Land in der Kreidezeit im Bereich der Sudeten Bezug genommen, wie ich sie in einer paläogeographischen Kartenskizze bereits im Jahre 1910 und später 1912/13 niedergelegt habe. Die paläogeographische Karte legt natürlich nur einen zeitlichen Ausschnitt fest, da die Küste während des Cenomans, Turons und Emschers mehrfach hin- und herpendelte. War der in der Kartenskizze zum Ausdruck gebrachte Landstreifen zunächst ein Ergebnis der Faciesverhältnisse im Rabendockensandstein (Unterturon) des Bober-Katzbach-Gebietes (Loewenberger Beckens), das durch die schon älteren Beobachtungen FR. STURM'S im Brongniarti-Quader von Habelschwerdt (1900) gestützt wurde, so war dieses Land andererseits umgekehrt in der oben genannten Arbeit (1935) der Ausgangspunkt für die Einstufung auch anderer Horizonte, vor allem das Verhältnis feinklastischer oder grobklastischer Bildungen, wo eine der beiden Facies nicht mehr erhalten ist und daher entsprechende lithologische Übergänge fehlen. - Hierher gehört z. B. das Verhältnis des Quaders der Wünschelburger Lehne und des ,Zwischensandsteines" zu dem sie im Gebiet noch trennenden Pläner, in gleicher Weise des Görtelsdorfer Quaders zu seinen liegenden und hangenden Plänern, der oberen Rieslingswalder ,Tone" zu einem nicht mehr vorhandenen Quaderstoß usw. So hat das Studium auch der mittelsudetischen Kreise nur immer mehr die Notwendigkeit der Annahme einer Landmasse im Nordosten gezeigt, deren Ausdehnung nach Osten in Mittelschlesien allerdings problematisch ist, während in Überschlesien die bis in die Gegend von Leobschütz nach Westen vorgeschobene Kreide ausreichende Hinweise gibt und hier die geringe Breite dieses Landstreifens erkennen läßt. Besser als die früher angegebene chronologische Bezeichnung ,Beginn des Turons" scheint mir allerdings jetzt für den Süden die Angabe Brongniarti- (Lamarcki-) Zeit zu passen. Eine kleine Grenzberichtigung dürfte wohl in dieser Zeit auch im Norden des Riesengebirges nötig werden. ...