Original paper

Über ein unbekanntes Vorkommen von Magnetit im sächsischen Erzgebirge

Blüher, H.-J.

Kurzfassung

Die Untersuchung von einigen Handstücken eines Eisenerzes, die dem Lagerstätteninstitut der Bergakademie Freiberg eingesandt wurden, zeigte, daß es sich um ein Erz handelt, das aus Magnetit, mit viel Rot- und Brauneisenerz vermengt, besteht. Aus der Herkunft der Handstücke ergab sich, daß dieselben von einem Magneteisenerzvorkommen stammen, das als solches in der Literatur bisher nicht beschrieben ist. Dies veranlaßte den Verfasser, eine Besichtigung des Fundpunktes, gemeinsam mit Herrn HELKE, Freiberg, im Sommer 1934 vorzunehmen. Die Begehung der Fundstelle hatte folgendes Ergebnis: Das Erzvorkommen liegt etwa 5 km östlich Olbernhau, und zwar bei dem Ortsteil Eisenzeche im Pfaffrodaer Walde. Die Lagerstätte tritt mitten im Roten Gneis (Orthognois) der Saydaer Gneiskuppel auf. Da anstehendes Gestein nicht aufgeschlossen ist, war man nur auf Lesesteine angewiesen. Neben mengenmäßig durchaus vorherrschendem normalem Muskovitgneis fanden sich auch granatführende, körnige, sehr granitähnliche Varietäten sowie solche mit streifenförmigen Biotiteinlagerungen. Ferner sind zu erwähnen: Dichter weißer Quarz, mittelkörniger Pegmatit aus Orthoklas, Biotit und Quarz, sowie dunkelgrüne Amphibolite. Das Erz selbst konnte ebenfalls nicht anstehend nachgewiesen werden, jedoch zieht sich in Richtung N 70° O auf wenigstens 100 m Erstreckung eine ganze Reihe größerer Schurflöcher hin, umgeben von Haufen aufgeworfener Erde. Diese enthält fast ausnahmslos Erzstücke und Nebengestein. An Erzen wurden nur Magnetit und Hämatit gefunden, zu denen als Gangarten etwas Granat, Quarz sowie eine grüne Hornblende treten. Während in den nordöstlichen Teilen des Erzvorkommens der Magnetit vorzuwiegen scheint, wurde in den am Berghang etwas höher gelegenen südwestlichen Schurflöchern nur Hämatit gefunden. Der Magnetit bildet körnige Aggregate, die durch ein erdiges Brauneisenerz verunreinigt sind. U. d. E. M. zeigt er eine beginnende Martitisierung. Grüne Hornblende findet sich mit dem Magnetit vergesellschaftet, indessen sind eigentliche Verwachsungen beider Mineralien nicht beobachtet worden. ...