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Sediment und Fauna im Dogger des Breisgaues- Studien über Sediment und Fauna.

Sindowski, Karl-Heinz

Kurzfassung

1. Einleitung: Die Schichtenfolge des Breisgauer Doggers weist einen häufigen Wechsel von Ton, Mergel, Kalk und Oolithen auf. Als besonders mächtige und einheitliche Glieder treten der Opalinuston, die Oolithserie des Hauptrogensteins und der Tonkomplex der Anceps-, Renggeri- und Oxfordtone auf. Es läßt sich ein gewisser Sedimentrhythmus im Großen wie im Kleinen beobachten. Der Sedimentzyklus: Ton-Mergel-sandige Bildungen-Kalke-Aufarbeitungszone-Ton kehrt in den Sedimenten des Breisgauer Doggers ständig wieder. Vorliegende Arbeit soll die Sedimente näher untersuchen, deren Herkunft und Ablagerungsbedingungen klarstellen und die in ihnen vorhandene Fauna in ihren Umweltsbedingungen beschreiben. 2. Die einzelnen Dogger stufen. a) Opalinuston (Dogger 1). Der Dogger a (dg 1) im Breisgau stellt einen 40-80 m mächtigen Tonkomplex dar; im nördlichen Baden erreicht er Mächtigkeiten bis zu 40 m, z. B. in der Bruchsaler Gegend 42 m und in der Langenbrückener Senke 40 m. Paläontologische Gliederung: Die Grenze zum Liegenden bildet (an der Röthe bei Freiburg) die Grenzbank mit Grammoceras lotharingicum (GUENTHER 1935). In den unteren Partien des Tonkomplexes lagert die Torulosus-Zone mit Lytoceras torulosum, meist mit einer 0,20 m mächtigen Blaukalkbank. In den oberen Schichten des Opalinustones liegen die ,Pentacriniten-Platten" mit Pentacrinus württembergicus. Das Dach des Tones bilden kalkig-glimmerige Sandsteinplatten, die den ,Zopfplatten" Schwabens entsprechen dürften. Eine Gliederung des Opalinustones ergäbe folgendes: 7. sandige Bildungen. 6. Tone. 5. Pentacrinitenplatten mit Pent. württembergicus. 4. Tone mit Kalkknauern und Pyrit. 3. Torulosus-Zone mit Lytoceras torulosum. 2. Tone. 1. Grenzbank mit Grammoceras lotharingicum. Sedimentpetrographische Gliederung: Die Sedimente des Doggers a im Breisgau bestehen in ihren liegenden Partien (2) aus ziemlich reinen Tonen mit geringer Feinsand-Beimengung (Probe enthält: 88,8% Tonsubstanz; 6,4% Karbonat; 4,5% Eisen als Pyrit; 0,3% Feinsand). Die dunkle Farbe rührt von feinstverteiltem Schwefeleisen her. Geschlämmt ergibt dieselbe Probe: Pyritkonkretionen, wenige benthonische Foraminiferen, Muschelbruchstücke und geringen Feinsandgehalt. Aus letzterem ließen sich an Schwermineralien feststellen: Muskowit, Turmalin, Granat und Zirkon. ...