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Über den stratigraphischen Wert mesozoischer Mollusken (Trajanella, Gastrop.)

Author, Anonymous

Kurzfassung

Der Zweck dieser Zeilen ist, die Stratigraphen anzuregen, bei gewissen Aufgaben der Fernverknüpfung mariner Schichtstöße mehr als bisher den Fragen der Tierverbreitung und Rassenkreislehre nachzugehen, statt solchen der Systematik oder Phylogenie. Es lassen sich dann seltene, aber auch manche der sogen. banalen, für die Feinstratigraphie nicht brauchbaren Formen, besonders unter den Mollusken, besser verwerten, wie ein Beispiel dartun soll. Die Trajanellen sind kreidische Pseudomelanien mit mäßig großem turmförmigem Gehäuse, dessen Mündung einen breiten und flachen Ausguß zeigt, und dessen Außenlippe meist S-förmig gebogen ist. Die Spira kann > = < als der Schlußumgang, die Spitze griffel- oder kegelförmig sein. In Abb. 1-5 sind einige Vertreter in 1/2 nat. Größe zusammengestellt und zwar 1. Trajanella fraasi DIETRICH 1914. Taf. 11. Fig. 23 a aus apturgonen Bildungen des südlichen Deutschostafrikas. 2. T. japonica NAGAO 1934. Taf. 39, Fig. 5 a aus dem Hiraigasandstein (Apt-Alb) des Miyakobezirks in Honschu, Japan. 3. T. amphora (d'ORB), der Genotypus von Trajanella POPOVICI-HATZEG 1899, aus dem oberturonen ,Grès d'Uchaux" der Vaucluse. Die Zeichnung ist mit Benutzung von COSSMANN (1909. Taf. 2, Fig. 16) nach Stücken des Berliner Instituts gemacht. 4. T. munieri POPOVICI-HATZEG 1899. Taf. 8, Fig. 3 a aus dem Untercenoman von Rucar in den rumänischen Karpaten. 5. T. dutoiti RENNIE 1930. Taf. 24, Fig. 16 aus den Umzamba-Schichten (Oberkampan) von Pondoland. NAGAO nennt noch T. brevispira DOUVILLÉ aus dem Alb oder Vracon von Moghara (östlich vom Suezkanal) und einige zweifelhafte Arten, aber die deutschostafrikanische Art ist ihm vollständig entgangen. Sie ist nur etwas gedrungener als die japanische und hat darum weniger schiefe Nähte. In den genannten 5 Arten dürfte wohl die ganze Formenspanne der Gattung oder besser der Untergattung enthalten sein. Die Abgrenzung gegen Oonia ist nur möglich, wenn ein deutlicher, wenn schon breiter und seichter Ausguß zum Hauptunterscheidungsmerkmal gemacht wird. Wenn die Bucht des Mündungsunterrandes nicht erkennbar ist, bleibt die Zugehörigkeit zu Trajanella zweifelhaft (vgl. DIETRICH 1914, S. 132). Von T. amphora kennt man ziemlich viele Individuen, weniger von T. fraasi, die anderen sind nur in wenigen Exemplaren belegt. Über die Veränderlichkeit in Raum und Zeit ist also nicht viel zu sagen; es wäre müßig, eine Formenreihe aufzustellen. ...