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Der Kleineinzenrieder Nebenpfahl bei Rötz im Bayrischen Wald

Dorn, Paul

Kurzfassung

Über den Bayrischen Pfahl hat sich zwar seit GÜMBEL ein ziemlich großes Schrifttum angesammelt, trotzdem gehen auch heute noch die Ansichten über seine Entstehung, seine geologische Stellung wie sein Alter sehr auseinander. Deutlich ergibt sich dies aus den Veröffentlichungen der letzten Zeiten (KÖHLER, HEGEMANN u. a.). Jedes neue Beobachtungsmaterial ist daher wichtig zur weiteren Klärung der mit dem Pfahl zusammenhängenden Probleme. Meine nachfolgenden Ausführungen betreffen nicht den Bayrischen Pfahl selbst, sondern einen Nebenpfahl. unter dieser Bezeichnung verstellt man Quarzgänge, welche mehr oder weniger unmittelbar vom Hauptpfahl unter spitzem Winkel abzweigen und in ihrem geologischen Bau und in ihrer Geschichte dem Bayrischen Pfahl stark ähneln. Im vergangenen Jahre nun kartierte ich im Auftrage der Preußischen Geologischen Landesanstalt das Gradabteilungsblatt Rötz. Dieses liegt nördlich der Bodenwöhr-Chamer Senke am Übergang vom Bayrischen zum Oberpfälzer Wald zwischen den Städten Neunburg v. Wald und Waldmünchen, also kaum 10 km nordöstlich des Bayrischen Pfahles. Bei der wenige Kilometer südlich Rötz befindlichen Ortschaft Kleineinzenried stieß ich bei der Kartierung auf einen durch mehrere ,Kies"gruben gut erschlossenen mächtigen Quarzgang, der sich bei näherer Untersuchung als ein Nebenpfahl erwies. Er hat in diesen Aufschlüssen eine Maximalmächtigkeit von nahezu 10 m, schrumpft aber gegen Nordwesten zu stark zusammen, so daß zwischen Kleineinzenried und dem Rötzer Galgenberg in den Feldern nur noch vereinzelte Quarzbrocken auf sein Vorhandensein hinweisen. Ähnlich ist es auch gegen SO zu der Fall, wo der Gang in einer ,Kies"grube nordwestlich Bernried noch etwa 5 m mächtig ist, südöstlich dieser Ortschaft sich aber nur noch mittels einzelner Quarzlesesteine nachweisen läßt. Die Gangmasse besteht in den Kleineinzenrieder Gruben aus Quarz, der, von vereinzelten Stellen abgesehen, keinen Fettglanz erkennen läßt. Das Gestein ist mechanisch überaus stark mitgenommen, ist innerlich so zertrümmert, daß es beim geringsten Schlag in Unmasse kleinster Brocken zerfällt. Es ist daher unmöglich selbst Handstücke zu schlagen. ...