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Begleitworte zur Vorführung eines Films: Deutsche Erde - Deutsche Arbeit Mitteldeutsche Ton- und Kaolinwerke

Laubenheimer, A.

Kurzfassung

I. Übersichtskarte: Im fruchtbarsten Teile Sachsens liegen südlich von Oschatz die für die Feinkeramik bedeutendsten deutschen Kaolinwerke von Kemmlitz und Börtewitz. Die mächtigen Sandhalden geben der Landschaft auf weite Sicht ein eigentümliches Gepräge zusammen mit den Bruchfeldern, die vom unterirdischen Abbau des Kaolins hervorgerufen wurden. - Östlich davon liegen die bekannten Gruben von Löthain, ebenfalls weithin erkennbar durch die großen Halden und die hochragenden Bauten der Schachtanlagen. Dicht bei Löthain treffen wir die Vorkommen von Schletta und auf dem rechten Elbufer die Tonvorkommen von Ockrilla und Jessen. In der Nähe von Ockrilla hat BÖTTGEK erstmalig den Rohstoff für die Herstellung seines roten BÖTTGER-Steinzeugs gewonnen. Am äußersten Westrand des im Film gezeigten Gebietes liegen die Spergauer Kaolin- und Sandwerke, die den bekannten plastischen Kaolin und außerdem der Glasindustrie einen wertvollen Sand liefern. II. Abraumbetrieb. Wenn es die Standfestigkeit des Gebirges zuläßt, gewinnt man den Abraum am leichtesten im Schurrenbetrieb, der auch beim Abbau von Kaolin angewandt wird. Die Firma Dr. Ing. FRANZ BLEY, Halle, hat mit Hilfe eines Transportbandes die Förderung des Abraums mechanisiert. Der Abraum fällt von der Schurre unmittelbar auf das Band und von diesem in den ausgebauten Teil des Tagebaues nieder. Wo größere Abraummengen zu bewegen sind, verwendet man zweckmäßig Bagger. Der in Spergau arbeitende Eimerbagger schneidet zunächst den obersten Teil des Abraumes an. Die Eimer fressen sich allmählich immer tiefer, wobei die Eimerleiter sowohl nach der Seite hinwandert, als auch nach unten bewegt wird. Während die im Braunkohlenbergbau heute verwendeten Eimer ein Fassungsvermögen von 1200 Litern besitzen, begnügen wir uns im Kaolinbergbau mit geringerem Inhalt. Zum Abtransport des Abraumes dienen die bekannten Kippwagen. Für die Bewältigung geringer Abraummengen genügt Handarbeit, die durch die Verwendung von Sprengmitteln wesentlich erleichtert werden kann. Die gelockerten Massen werden von Hand in Kippwagen verfüllt und in den leer gebauten Teil des Tagesbaues verkippt. ...