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Die Ton- und Quarzitlagerstätten des Westerwaldes

Ahrens, Wilhelm

Kurzfassung

Der Westerwald ist eines der wirtschaftlich bedeutendsten Tongebiete Deutschlands. Für die verschiedensten Zwecke der feuerfesten und keramischen Industrie finden sich hier die Rohstoffe: Schamottetone, Glashafentone, Steinzeug- und Töpfertone und dergl. Sie werden zu allen möglichen Erzeugnissen verarbeitet: zu feuerfesten Steinen für die verschiedensten Öfen, zu Glashäfen und -wannen, zu Zinkretorten, Klinkern, Fußboden- und Mosaikplatten, elektrischen Isolierkörpern, zu Steinzeug der verschiedensten Art, auch in der Kunsttöpferei werden sie verwandt. Der Quarzit gehört lagerstättenkundlich mit dem Ton zusammen. Der Westerwald ist zurzeit das wichtigste Rohstoffgebiet der deutschen Silikaindustrie. I. Die Tonlagerstätten. 1. Entstehung und Stratigraphie: Das Liegende der tertiären Tone bildet das aus den verschiedensten Gesteinen des Devons, vereinzelt auch des Unterkarbons bestehende Grundgebirge. Es wurde im Alt- und Vortertiär oberflächlich weitgehend verändert, ,vertont", oder, soweit es das Ursprungsgestein zuließ, kaolinisiert. Die Tiefe, bis zu der diese Veränderungen reichen, ist beträchtlich. Sie ist wegen späterer Abtragungen schwer genau festzustellen, wird aber stellenweise 30-50 m erreichen. Noch tiefer gehende, in Bohrungen festgestellte stärkere Kaolinisierungen sind an Störungszonen gebunden, die ein tieferes Eindringen der verändernden Kräfte ermöglichten, auf deren Art und Wirksamkeit hier nicht eingegangen werden soll. Diese Rinde wurde spätestens seit Beginn des Tertiärs in größeren Gebieten abgetragen und umgelagert; sie ist das Ausgangsmaterial der tertiären Schichten. Das Tertiär liegt daher nur teilweise auf der intakten Verwitterungsrinde des Grundgebirges; an anderen Stellen wurde sie vorher ± tief abgetragen. Die stratigraphische Eingliederung der Westerwälder Tone ist bei dem Mangel an Fossilien schwierig. Sicher ist, daß sie in der Hauptmasse gleich alt sind, daß daneben aber auch ältere und vielleicht auch jüngere auftreten. - Da die Neukartierung noch nicht abgeschlossen ist, sind in dem hier skizzierten Bild noch gewisse Änderungen möglich. Einige Kilometer östlich von Montabaur, von Ruppach (Bl. Meudt) aus nach O und SO, liegen dunkle Tone, die kleine Braunkohlenflöze enthalten. Soweit die Aufschlüsse (Ruppach) eine Beurteilung gestatten, gehen die Tone ganz allmählich in das vertonte Grundgebirge über. ...