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Zur Tektonik des Harznordrandes

Born, Axel

Kurzfassung

Einleitung: So gut heute dank der ausgezeichneten geologischen Darstellung durch die Preußische Geologische Landesanstalt der Bau des Harznordrandes bekannt ist - so gut, daß man dieses Gebiet unter die bestbekannten Deutschlands zählen kann -, bleiben hier doch immer noch eine Reihe von Problemen, die der Lösung harren. Ich möchte im Folgenden die Ursachen der Gestaltung des Nordrandes des varistischen Harzkörpers untersuchen und weiterhin prüfen, welchen Einfluß dieser Nordrand, der von einem geraden Verlauf stark abweicht, bei der Heraushebung des Harzes auf die Ausgestaltung der Aufrichtungszone des Vorlandes gehabt hat und wie sich dieser Einfluß auf die Paläogeographie der Aufrichtungszeit auswirkt. Die Situation ist ja nicht einfach die, daß ein Gebiet vom Umfang des varistischen Harzkörpers Ende des Mesozoikums aufgepreßt, wobei sein Oberbau entfernt und sein varistischer Unterbau entblößt wird. Vielmehr wird ja das ganze mitteldeutsche Gebiet mehr oder weniger gleichmäßig von den Sedimenten des Zechsteins, der Trias, von Lias, Dogger und z. T. von Malm zugedeckt, wobei man sich bewußt bleiben muß, daß die Zechsteinriffe vom Harzsüdrand und einige Lias- und Doggersedimente für eine Verflachung resp. vorübergehende Heraushebung im Gebiet des Harzes sprechen. Dieser Sedimentationszeit folgte Ende des Jura eine Heraushebung des ganzen mittel- und süddeutschen Gebietes zu einem Festlande, an dessen Nordrand das Harzgebiet als Teil dieses Festlandes gelegen war. Nördlich stand das Meer der Kreide. Neocom und Gault transgredieren am Nordrand des Harzes auf verschiedene Stufen des Jura, Cenoman, oder bereits auf Keuper. Diese Meere griffen wohl noch weiter nach S in das Gebiet des heutigen Harzes. Da Winkeldiskordanzen zwischen diesen transgredierenden Gliedern und ihrer Unterlage am Harznordrand im Gegensatz zum Vorland so gut wie nicht bestehen, kann die Aufrichtung der Deckschichten am Nordrand des mitteldeutschen Festlandgebietes nicht wesentlich gewesen sein. Die Existenz einer Harzscholle aber datiert erst seit Ende Emscher und Senon. ...