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,Meteor Crater" (Arizona) u. Nördlinger Ries

Stutzer, Otto

Kurzfassung

I. Der ,Meteor Crater" in Arizona: Schon lange war es mein Wunsch, den ,Meteor Crater" in Arizona zu sehen. Am 29. Februar dieses Jahres sah ich ihn. Der ,Meteor Crater" liegt in einer fast vegetationslosen Ebene, in etwa 1700 m Höhe. Von seiner 50 m hohen Umwallung sieht man überrascht in ein rundes Loch von 175 m Tiefe und 1300 m Durchmesser. Noch im Jahre 1915 nannte die ,U. S. Geol. Survey" dieses Loch das ,mysteriöseste geologische Gebilde des westlichen Amerika". Zertrümmertes Felsgestein lagert auf der gehobenen Umwallung. Die Abstürze im Inneren sind steil, unten liegen Schutthalden. An den Hängen streichen permische Schichten aus, zu oberst ,Kaibab Kalkstein", der die Oberfläche der Ebene aufbaut. Der Kalkstein ist 75 m mächtig. Dann folgt nach unten mürber, weißer ,Coconino-Sandstein", ebenfalls Perm. Noch tiefer liegt harter roter ,Supai Sandstein", vielfach als ,Red Bed" bezeichnet, der nicht sichtbar ist, aber in der Tiefe erbohrt wurde. Noch tiefer sind wohl Untercarbon und Cambrium zu erwarten. Die Schichten der Hochebene liegen flach und ungestört. Aber dort, wo das große runde Loch eingeschlagen ist, sind sie gestört. Hier sind die Schichten aufgerichtet, sie fallen nach allen Seiten vom Krater weg. Eine Sprengung muß dieses Loch geschaffen haben. Durch sie wurde zertrümmertes Gestein um das Loch herum aufgeschüttet. Bis 10 Kilometer vom Wall entfernt findet man herausgeschleudertes Material. Es sollen 350 Millionen Tonnen Gestein ausgeworfen sein, darunter zusammenhängende Felsblöcke bis zu 7000 Tonnen Gewicht. Obwohl in der weiteren Umgebung junge vulkanische Gesteine nicht fehlen, hat man unter den Auswurfsmassen des Kraters kein einziges vulkanisches Gestein gefunden. Und ferner ist folgendes von Interesse: Bohrungen haben festgestellt, daß permischer ,Supai-Sandstein" in einer Tiefe von 270 m unter dem Kraterboden ungestört lagert. Die Explosion muß in dem darüber lagernden ,Coconino-Sandstein" erfolgt sein, und zwar an der Grenze zum harten ,Supai-Sandstein". Man kann dies schließen, weil ,Supai-Sandstein" unter den ausgeworfenen Massen fehlt, die unterste Lage des ,Coconino-Sandsteins" aber vorkommt. ...