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Zur Tektonik des Mineralquellengebietes von Brambach im Vogtland und dessen Beziehungen zur nordwestböhmisch-fichtelgebirgischen Quellenprovinz

Blüher, H.-J.

Kurzfassung

Geologische und radiologische Untersuchungen in Bad Brambach i.V., die in den Jahren 1933 und 1934 vom Verfasser gemeinsam mit Herrn Dr. VOGT, Radiuminstitut der Bergakademie Freiberg i. Sa., durchgeführt wurden, bilden den Anlaß zu den folgenden Ausführungen, in denen näher auf die Zusammenhänge zwischen Klufttektonik und Mineralquellen in Nordwest-Böhmen, dem Fichtelgebirge und insbesondere im südlichen Vogtland eingegangen werden soll. Die Untersuchungen brachten zum größten Teil Ergebnisse, die in vielfacher Hinsicht neue Anschauungen über die Herkunft der Brambacher Radiummineralquellen ergeben und insbesondere ihre Beziehungen zu den Kluftsystemen im Brambacher Granit aufklären. Vor allem wurden die geologischen und radiologischen Arbeiten im Hinblick auf die Feststellung dieser Kluftsysteme durchgeführt und bilden in dieser Beziehung z.T. eine Ergänzung der bisherigen Arbeiten (WEIDIG 1912; GENSER 1932, 1933), z.T. weichen sie in ihren Ergebnissen von den darin geäußerten Anschauungen ab. Im Anschluß daran durchgeführte weitere Untersuchungen über die Klufttektonik der umliegenden Gebiete, insbesondere des Egerländer Beckens und Fichtelgebirges, ergaben die Tatsache, daß sich die zuletzt in Brambach gewonnenen Ergebnisse durchaus in den Rahmen der Tektonik der weiteren Umgebung von Brambach einfügen. Gleichzeitig ergaben diese Betrachtungen interessante Zusammenhänge der Mineralquellen in allen diesen Gebieten mit bestimmten Kluftsystemen, die durchaus einheitlichen Aufbau in der Tektonik dieser Quellenprovinz erkennen lassen. Aus diesem Grunde erscheint auch die Zusammenfassung dieses Bereichs zu einer nordwestböhmisch-fichtelgebirgischen Quellenprovinz gerechtfertigt. Brambach selbst liegt am nordöstlichen Ausläufer des Fichtelgebirgsgranites, dem sich gegen N Gneise und Glimmerschiefer mit der darauf folgenden vogtländischen Phyllitzone und kambrischen sowie silurischen Schichten anlegen (Abb. 1). In der Phyllitzone liegt das Quellgebiet von Bad Elster, während westlich von Brambach das ebenfalls an Mineralquellen reiche Fichtelgebirge sich anschließt. Südlich und östlich erstreckt sich die Egerländer Senke, ein von tertiären und diluvialen Ablagerungen erfülltes Einbruchsbecken, ebenfalls durch Auftreten von Mineralquellen ausgezeichnet. ...