Original paper

Neue Gattungen tiefoberdevonischer Goniatiten

Schindewolf, Otto H.

Kurzfassung

Vor einigen Jahren nahm ich gemeinsam mit Herrn Dr. W. JESSEN (jetzt Gießen) eine Neubearbeitung der tiefoberdevonischen Zwergfauna von Büdesheim in Angriff, die im wesentlichen einer Klärung der Artbegriffe auf variationsstatistischer Grundlage dienen sollte. Obwohl nach den gründlichen Arbeiten R. WEDEKIND'S und H. MATERN'S die Cephalopodenfauna des unteren Oberdevons (Manticoceras-Stufe) im Rheinischen Gebirge als gut bekannt gelten muß, konnte ich unter dem Büdesheimer Material zwei neue Goniatitengattungen feststellen. Diese sollen hier zusammen mit einer dritten kurz bekanntgegeben werden, da der Abschluß der in Vorbereitung befindlichen Monographie sich noch länger hinziehen wird und in der Zwischenzeit dieser Hinweis auf die neuen Formengruppen der weiteren Ammoneenforschung vielleicht von Nutzen sein mag. Lobotornoceras n. gen. Genotyp: Goniatites ausavensis STEININGER (1853, S. 43, Taf. 1, Fig 6, 6 a, 7, 7 a). Die Gattung umfaßt Tornoceren mit einer Lobenlinie von der Formel IULAE (Abb. 1). Der Besitz eines tiefen Umbilikallobus auf der konkaven Windungszone unterscheidet diese Gattung grundsätzlich von Tornoceras HYATT, dessen Lobenlinie in Abb. 2 zum Vergleich wiedergegeben ist. Tornoceras und Lobotornoceras stehen damit in demselben Verhältnis zueinander wie Ponticeras und Manticoceras im Rahmen der Manticoceratidae. Außer dem Typus L. ausavense gehört weiterhin Tornoceras bilobatum WEDEKIND (1908, S. 579, Taf. 39, Fig. 35; Taf, 40, Fig. 8) und wahrscheinlich auch T. escoti FRECH (1902, S. 48, Abb. 13 b, Taf. 3, Fig. 19) hierher, die möglicherweise artlich zusammenfallen. ...