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Das Liegende der Oberkreide und die Kimmerische Gebirgsbildung in den Mittelsudeten

Scupin, Hans

Kurzfassung

Vorbemerkungen : Die Schichten und Eruptivdecken zwischen Oberkaibon und Kreide in den Mittelsudeten haben im reichsdeutschen Anteil derselben durch G. BERG eine ausgezeichnete kartographische und petrographische Darstellung erfahren. Die Kenntnis dieser Schichten im böhmischen Anteil der Mittelsudeten ist uns vor allem durch die Arbeiten von W. PETRASCHECK vermittelt worden, unter denen die letzte zusammenfassende Darstellung (1933) besondere Bedeutung beanspruchen kann. Die dort beigegebene, schon aus etwas früherer Zeit stammende Übersichtskarte im Maßstabe 1:100 000 erläutert den Zusammenhang mit den Schichten und Decken im reichsdeutschen Anteil, und auch die stratigraphische Horizontierung ist die gleiche wie in diesem. Dabei ist im wesentlichen unbestritten die Einstufung der dem unteren Teile der Dyas angehörenden Schichten und Decken, des Unterrotliegenden, Mittelrotliegenden und des älteren Oberrotliegenden, wogegen bezüglich des Oberen Oberrotliegenden, Zechsteins und Buntsandsteins Meinungsverschiedenheiten bestehen. Mehrere Jahre hindurch fortgesetzte Untersuchungen, während deren durch Straßenbau ausgedehnte neue Aufschlüsse an der unteren Kreidegrenze geschaffen wurden, veranlassen mich, ebenfalls zu diesen Fragen Stellung zu nehmen, die namentlich auch wichtig sind für eine Darstellung der in diesem Gebiete vorhandenen Kimmerischen Gebirgsbildung. Raummangel nötigt mich, die Darstellung dieser im einzelnen zunächst zurückzustellen und einem besonderen Aufsatze vorzubehalten, indem ich mich hier bezüglich dieser nur auf einige vorläufige Andeutungen beschränke. 1. Das Alter der nachrotliegenden, roten und weißen Sandsteine im Liegenden der mittelsudetischen Kreide (Oberster Zechstein = su + sm der geologischen Spezialkarte.) Die in Frage kommenden Schichten sind von G. BERG, wie es zunächst das Natürliche war, wegen ihres lithologischen Buntsandslein-Charakters und ihrer Lage über dolomitischen Zechsteinbildungen auch als Buntsandstein aufgefaßt und in den Blättern Landeshut, Schömberg und Friedland als su und sm eingetragen worden. Demgegenüber betrachtet sie G. MÜLLER-DELITZSCH als obersten kontinentalen Zechstein, entsprechend den ganz gleichartigen roten sandigen Bildungen in den Nordsudeten zwischen Zechsteinkalk und Buntsandstein. Neuerdings hat nun W. PETRASCHECK wieder die alte Deutung BERG'S aufgenommen, indem er verschiedene Gründe gegen die Deutung von G. MÜLLER-DELITZSCH vorbringt. Es wird also zu prüfen sein, welcher Auffassung wir uns anzuschließen haben, vor allem, in wieweit den Gegengründen PETRASCHECK'S Stichhaltigkeit zuzuschreiben ist. ...