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Die Quartär-Unterfläche in Lettland

Kraus, E.

Kurzfassung

Die Betrachtung der Quartärunterfläche nach ihren Formen und ihrer Entstehungsgeschichte ließ uns zur Unterscheidung von drei Bauformengruppen bzw. Bewegungen gelangen: 1. Älter als Quartär ist in der Hauptsache die Südkippung der Schichten in Kurland, die Meitener Mulde, die Aufwölbung der Livländischen Kuppel, wahrscheinlich die Dünamulde, der scharfe Abfall zwischen Tirsen und Altschwanenburg (Vecgulbene), sind vermutlich auch die Teilkuppeln (Stockmannshof (Plavinas), Avotinkaln, Kokenhusen (Koknese) usw.). 2. Im Quartär durch äußere Kräfte entstanden (neu oder in posthumer Fortentwicklung): Abtragung und Zurundung der Plateaukuppenhöhen (Lettgallen, Livland), die Abschürfung der Lubahnkuppel und der flachen Kuppen NO-Lettgallens, die Ausgrabung der flachen Welikajasenke, die Ausarbeitung der Talmulde Aahof-Adsel (Lejasciems-Gaujene), die Ausschürfung und Zufüllung des Loches von Dünaburg (Daugavpils), der Rinnen von Ascheraden (Aizkraukle), des Patkuler Loches, der Burtniek-Furche, die Verschüttung des Steilabfalles Tirsen-Altschwanenburg im Eisfließschatten, die Ausfeilungen bei Riga, am Riga'schen Strande u. a. 3. Im Quartär durch tektonische Bewegungen neu entstanden oder im Erbgang (posthum) fortgebildet: Die Weiterwölbung der Livländischen und Lubahn'schen Kuppel, des Lettgallischen Hügellandes (Baltischer Höhenrücken), die Niederbiegung der Düna-, Lubahn-, Wolmar (Valmiera)-Mulde, die flache Aufwölbung der Ostkurischen (Saukener) Höhen einschließlich der Teilkuppelzone von Stockmannshof (Plavinas)-Avotinkaln-Kokenhusen (Koknese), auch der flachen Aufwölbungen von Keggum, Dahlen-Steinholm, Kandau, Appricken. Weitere Einbiegung der Lettischen Senke, allgemeines Aufsteigen im Osten von ihr, Aufkippung des nördlichen Kurlands.