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Beiträge zur Kenntnis von Krustenbildungen

Knetsch, Georg

Kurzfassung

Im Folgenden sollen einige Vorkommen von Oberflächenverkrustungen behandelt werden, die sich in einem Gebiet gebildet haben, das der von KAISER und BEETZ (1926) in ihrem Namibwerk behandelten Diamantenwüste südlich benachbart liegt, ja, eigentlich ihre direkte Fortsetzung bildet. Und zwar sollen die angeführten Beispiele von Verkrustungen unter dem Gesichtspunkt ihrer fossilen Erhaltungsfähigkeit und eines evtl. späteren Rückschlusses auf zur Zeit ihrer Bildung bestehende klimatische Verhältnisse angefaßt werden. Ihr Entstehungsgebiet liegt im südlichsten Teil der früheren Deutsch-Südwestafrikanischen Namib und wird des Näheren im Süden vom Oranje begrenzt, findet im Westen seinen Abschluß an der Küste des Atlantischen Ozeans und reicht landeinwärts bis zur afrikanischen Steilstufe, d.h. es erstreckt sich etwa 100 km weit ins Inland. Die Beobachtungen sind aus der noch an einer anderen Stelle zu behandelnden, allgemeineren geologischen Beschreibung dieses Gebietes herausgegriffen. Oberflächenverkrustungen sind nichts für Trockengebiete Typisches, treten in solchen Zonen aber besonders hervor und sind in einzelnen ihrer Varianten auch besonders stark entwickelt, weil in ihnen - zum mindesten für einen Teil des Jahres - bekanntlich die absteigende Bewegung des in den Boden eindringenden Wassers durch die den Niederschlag übertreffende Verdunstung in eine aufsteigende verwandelt wird und somit im Wasser gelöst enthaltene Mineralstoffe in die Nähe der Erdoberfläche gebracht werden. Solche oberflächennahe Krusten können sich aus den verschiedensten Stoffen zusammensetzen, Voraussetzung für ihre Bildung ist, daß im Boden zirkulierendes Wasser lösungsfähige Mineralstoffe findet, die bei der nachfolgenden Verdunstung des als Lösungsmittel dienenden Sickerwassers ausgefällt werden können. Voraussetzung für ihre Erhaltung ist aber wiederum, daß die ausgefällten Stoffe nicht allzu leicht löslich sind, also z. B. aus Kochsalz etc. bestehen, sondern daß sie eine gewisse Wider-Standskraft haben, wie Kalk, Gips, Kieselsäure usw. Im Folgenden wird denn auch nicht der größte Wert auf den Chemismus der Entstehung solcher Verkrustungen gelegt, ebensowenig wird auf Krusten der erwähnten leicht vergänglichen Art eingegangen werden. ...