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Zur Kenntnis der Quellen in der Umgebung von Herrenbreitungen (Werra)

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Das Werratal bei Herrenbreitungen ist durch Salzauslaugung im Zechsteinuntergrund stark beeinflußt. Die Breitunger Seen und Überflutungsgebiete (z. B. an der Mündung der Truse) zeigen jüngste Senkung. Ausgedehnte Schotteranreicherungen künden von der Auffüllung einer Senke in vergangenen Zeiten, tätige Ablaugung kündet die Salzquelle im Dorf Herrenbreitungen. Gerade hier nun stellte SIEGERT (1921 in den Abh. preuß. geol. Landesanst. N. F. 90, als Manuskript gedruckt) seine eingehende Gliederung der Werra-Weserterrassen auf. Leider hat er die durchgehenden mächtigen Auffüllungsmassen wenig südlich der Schmalkaldemündung nicht herangezogen, sie sind ein gutes Beispiel durchgehender örtlicher Aufschotterung. Bei Breitungen sind die hoch den Hang hinaufreichenden Schotter (Sande und Tone sind hier nur sehr beschränkt zu finden) oft heute durch anstehenden Sandstein unterbrochen. Daß aber auch hier größte Vorsicht bei der Terrassenausscheidung nötig ist, dürften die genannten Auslaugungserscheinungen zeigen. Wirr sind die Sandsteinschichten gelagert, auffällig starke Quellen zeigen, daß der Untergrund der Kiese sicher sehr gestört ist. Mitteilungen über die Quellen sollen daher zur Kenntnis der geologischen Verhältnisse Herrenbreitungens und seiner Kiese beitragen. Das erste Kärtchen gibt einen Überblick über die Ergiebigkeit der Quellen, gemessen im August-September und am Ende einer Frost-Periode im Dezember. Eine Anzahl sehr ergiebiger Quellen tritt auf, die Zusammenhänge mit der Tektonik sind im Gelände aber nicht feststellbar. Starke Zerrüttung und unregelmäßige Lagerung des anstehenden Unteren Buntsandsteins sind häufig anzutreffen, genannt seien der Rand des Werratales bei Herrenbreitungen und die Auewiesen östlich von Winne. Reine Schichtquellen sind unbedeutend, es sind die jahreszeitlich versiegenden kleinen Quellen an der Unterkante von Kiesablagerungen. Die starken Quellen haben bis quadratmetergroße Quelltrichter, der Tümpelsborn entspringt einem etwa 3 mal 3 Meter großen Quellteich. In den Quelltrichtern ist an den Austrittsstellen des Wassers das Aufwallen des weißen Sandes inmitten des sonst dunklen Bodens gut zu beobachten. Die Verteilung der Sprudelstellen ist meist unregelmäßig, nur im Hübesborn findet sich eine ausgeprägte Anordnung in NNO-Richtung. ...