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Prüfung von Naturgesteinen

Breyer, Hans

Kurzfassung

Es wurde der Unterschied zwischen der allgemeinen Materialprüfung und der Gesteinsprüfung aufgezeigt, die Notwendigkeit der Prüfung vom großen ins kleine bei der Prüfung von Naturgesteinen als Naturprodukte vor Augen geführt, ferner der Unterschied zwischen einer allgemeinen Vorprüfung eines Gesteinsvorkommens und der Prüfung laufender Lieferungen auf ihre bedingungsgemäße Beschaffenheit dargelegt sowie der Unterschied zwischen Stoffprüfungen und Gebrauchs- oder Konstruktionsprüfungen erläutert. Weiterhin wurde das Prinzip der neuzeitlichen Gesteinsprüfung und der Bewertung der Naturgesteine für die verschiedensten Verwendungszwecke auseinandergesetzt, schließlich die Notwendigkeit der Anwendung von Prüfungsverfahren betont, die wirklichkeitsgetreue Ergebnisse liefern, und endlich darauf hingewiesen, daß eine Auswertung zahlenmäßiger Prüfungsergebnisse und eine klare Beurteilung der zu prüfenden Gesteine unbedingt notwendig ist. Hieran wurde der Vorschlag geknüpft, die bisher für die Prüfung der natürlichen Gesteine maßgebenden Richtlinien unter Beteiligung der Gesteinsprüfstelle der Deutschen Reichsbahn zu verbessern und zu ergänzen und für den Bereich der Reichsbahn und der Reichsautobahnen eine grundsätzliche Regelung dahin zu treffen, daß für das Stoffgebiet der Naturgesteine und für die Prüfung von Naturgesteinen nur die Gesteinsprüfstelle bei der Reichsbahndirektion Kassel, die die einzige derartige Einrichtung ist, zuständig ist, dagegen für die Prüfung von künstlichen Baustoffen die Baustoffprüfstellen zuständig sind. Seitens der Direktion der Reichsautobahnen in Berlin ist ohnehin schon die Regelung getroffen worden, daß für die Prüfung und Bewertung von Naturgesteinen die Gesteinsprüfstelle bei der Reichsbahndirektion Kassel in Anspruch zu nehmen ist. Daß die Gesteinsprüfung heutzutage im Rahmen des großen Aufbauprogramms und im Hinblick auf die Schadenverhütungsaktion von einer großen wirtschaftlichen und technischen Bedeutung ist, möge die Tatsache beweisen, daß von 634 staatlichen Bauwerken, die in den Jahren 1864 bis 1894 in Preußen aufgeführt worden sind, über 1/3, nämlich 289 Bauwerke, aus einem Gesteinsmaterial gebaut worden sind, das bereits schon nach 5 bis 25 Jahren bedeutende und umfangreiche Verwitterungsschäden aufwies (11). ...