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Die Anwendung geophysikalischer Untersuchungsmethoden im Bereiche der Schwarzenberger Erzlagergruppe

Pollak, Alfred

Kurzfassung

Schon vielfach sind die bekannten, vorwiegend Magnetit und Sulfide führenden Schwarzenberger Kontaktlagerstätten Gegenstand mineralogischer und geologischer Untersuchungen gewesen. Das zweifellos bedeutendste Objekt dieser Lagerstättengruppe ist der Breitenbrunner Lagerzug. In seiner streichenden Erstreckung läßter sich auf nahezu 4 km verfolgen und wurde von einer größeren Anzahl Gruben bebaut, die wohl mit zu den ältesten Bergbaubetrieben der Schwarzenberger Gegend gehören. Bei der außerordentlich unregelmäßigen Erzverteilung und vor allem wegen der großen Schwierigkeiten in der Aufbereitung und Verwertung der stark komplexen Erze war der durch den alten Bergbau, bei den oft nur geringen zur Verfügung stehenden Mitteln, erzielte Erfolg meist sehr begrenzt. Die alten Aufschlüsse sind dementsprechend auch nur unwesentlich. Bei der Eigenart dieser Lagerstätten lag es daher nahe, zu der durch die Staatliche Lagerstättenforschungsstelle in Angriff genommenen Untersuchung und Klärung der Erzführung ein geophysikalisches Verfahren, und zwar die magnetische Intensitätsmessung, heranzuziehen. Schon GÖLLNITZ konnte bei seiner regionalen erdmagnetischen Vermessung Sachsens ein größeres lokales Störungsgebiet im Bereiche des Schwarzenberger Kontakthofes nachweisen. Die Einzelvermessung der Lagerstätte selbst wurde von den Geophysikalischen Instituten der Universität Leipzig und der Bergakademie Freiberg unter Leitung von Dr. MILDNER und Dr. LORENSER durchgeführt. Auf einer größeren Anzahl von Profilen wurde tnit meist engem Stationsabstand die magnetische Vertikalintensität und z. T. auch die magnetische Horizontalintensität gemessen. Auf diese Weise entstand ein geschlossenes Bild über die Verteilung magnetischer Anomalien im Bereiche der Lagerstätte, das im wesentlichen unsere bisherige Kenntnis von dem Vorkommen bestätigte, insofern als es sich zweifellos um eine von größeren Lücken unterbrochene Kette von Lagern mit einer stark absätzigen Vererzung handelt. Das klarste und am einfachsten zu deutende Störungsbild zeigte sich südöstlich der alten Grubenbaue der Fortuna Fdgr. über völlig unverritzten Teilen des Vorkommens. ...