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Die geologische und bodenkundliche Landesaufnahme der Freien Stadt Danzig als Beispiel einer Spezialkartierung mit Auswertungskarten

Stremme, Hermann

Kurzfassung

Der neue Jahrgang unserer Zeitschrift hat in verheißungsvoller Weise mit programmatischen Äußerungen K. BEURLEN'S und B. v. FEEYBERG'S über die Weiterentwicklung unserer Wissenschaft, unserer Gesellschaft und ihrer Zeitschrift begonnen. Auf Wunsch K. BEURLEN'S und B. v. FREYBERG'S teile ich im folgenden mit, wie ich mit Hilfe der Landesaufnahme und Kartierung versucht habe, der Geologie in meinem engeren Arbeitsgebiet zu der ihr gebührenden Stellung zu verhelfen. Die Verselbständigung unseres kleinen Ländchens von etwa 1900 qkm im Jahre 1920 stellte mich vor die Aufgabe, die nur halb durchgeführte Kartierung der Preußischen Geologischen Landesanstalt zu ergänzen. Zunächst waren es praktische Übersichten, die unsere neuen Staatsbehörden von mir erbaten. Nutzbare Gesteine, Wasserversorgung, Wasserkräfte, Baugrundfragen beschäftigten uns auf obrigkeitlichen Wunsch. Dazu kam aus persönlichem der Ausbau des unbefriedigenden agronomischen Teils der geologisch-agronomischen Flachlandaufnahme. Als auf Anregung des Präsidenten KRUSCH der Preußischen Geologischen Landesanstalt der Senat der Freien Stadt mich 1930 mit der Leitung der Geologischen Landesaufnahme Danzigs betraute und die Tiefbauverwaltung mir für mehrere Jahre bescheidene Mittel zur Verfügung stellte, ließen sich alle bis dahin geleisteten Arbeiten zu einer neuen Art der Landesaufnahme zusammenfassen. An Übersichtskarten lagen 1930 vor je eine geologische und Wasserkarte von mir, eine Karte der nutzbaren Lagerstätten, eine Bodenübersichtskarte von M. SELLKE, ein Kartenwerk E. OSTENDORFF'S über die Grundwasserböden des Weichseldeltas; an Spezialkarten zahlreiche Gutskartierungen in Danzig, Polen und dem Deutschen Reich von vielen Mitarbeitern und Schülern, Feldversuchskarten in Maßstäben von 1:100 bis 1:500, eine Baugrundkarte der Stadt Danzig von E. MOLDENHAUER, Baugrundkarten von Danziger Eisenbahnlinien, Wasserkarten salzwasserführender Gebiete Danzigs, Forstboden- und diluvialmorphologische Karten von W. HOLLSTEIN. ES war also ein Nebeneinander von theoretischen und praktischen geologischen Übersichts- und Spezialkarten vorhanden, das von selbst der neuen Landesaufnahme die Wege wies. ...