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Der Oberste Feinflinz im Alpenvorland und südlichen Tertiärhügelland (Studie I zur Geologie und Morphogenie südbayerischer Jungtertiär- und Diluviallandschaften.)

, S.

Kurzfassung

Zusammenfassung der Beobachtungen: 1. Während in dem ungestört gebliebenen Teil der obermiozänen Oberen Süßwassermolasse der Inselbergzone des südlichen Alpenvorlandes der ,Flinzmergel" nur als Liegendes des Flinzkonglomerats zusammenhängend auftritt, läßt sich N des Tischberges zwischen Isar und Würm auch ein höherer Fm-Horizont bis in das südliche Tertiärhügelland hinein verfolgen. W und weiter O dieser meist nurmehr unter Glazialschutt liegenden südnördlichen Fm-Zone ist bereits im nördlichen Alpenvorland darüber noch ein obermiozäner Fs-Horizont erhalten geblieben. Beide oberste Feinflinzschichten (Fm1 + Fs1) setzen N der Münchener Schotterebene in der ganzen Breite zwischen Lech und Isar im südlichen Tertiärhügelland fort. Die Münchener Ebene verdankt daher ihre Entstehung besonders dem ehemaligen Vorhandensein der lockeren Flinzsandschichten. 2. Die Gesamtheit der Beobachtungen weist auf eine Pause in der südnördlichen Vorschüttung vor Auflagerung einer obersten Fs-Schicht hin. In dieser Zwischenzeit fanden unregelmäßige Abtragungen des Fm statt; der Boden reicherte sich stellenweise mit Karbonatkrusten und Fossilresten an (Sumpflandschaften). 3. Wesentliche Schichtstörungen oder Verbiegungen des Feinflinz im südlichen Tertiärhügelland konnten bis jetzt nicht eindeutig festgestellt werden. Im Gegensatz zu einer noch verbreiteten Meinung (s. bei E. KRAUS 1928, S. 135) \ieß sich für den N Teil der Münchener Ebene keine tektonische Muldenbildung erkennen, ebensowenig Anzeichen einer Heraushebung des südlichen Tertiärhügelrandes. Die Höhenlagen der diluvial erodierten Fm-Oberkante S von München im Vergleich zu denjenigen, noch unter jüngerem Tertiär lagernden im südlichen Tertiärhügelland weisen jedoch auf eine beträchtliche Versteilung des Tertiärs im Alpenvorland hin. 4. Wahrscheinlich noch in der Silvana-Zeit begann im südlichen Tertiärhügelland die Wiederabtragung oberster Feinflinzschichten, in erster Linie des Fs. Es lagerte sich hierauf ein hellsandiger Kiesflinz ein (,Massenhausener Fazies"), der im südlichsten Teil jedoch fehlt. Infolge weiterer Erosionen und von Härtlingserhaltung konnte sich stellenweise auch braunsandiger Kiesflinz unmittelbar auf Feinflinz ablagern. Im südlichsten Teil des Tertiärhügellandes handelt es sich hierbei stets nur um kleinkörnigen Kies bis etwa 25 mm Länge, wobei besonders im SO bräunlichgrauer Sand noch weitaus überwiegt (,Maisteig-Fazies"). Der petrographische Charakter der Geröllreste, der nach N zunehmende, vornehmlich auf Biotit-Zersetzung zurückführbare Eisengehalt und der Schichtrandverlauf des hellsandigen Kiesflinz weisen im östlichen Tertiärhügelland auf das Eindringen von Geröllsanden aus den östlichen Alpenvorlandsgebieten jenseits der Isar hin, 5. Im südlichen Randgebiet des Tertiärhügellandes konnten auch weiter O des Endes der Rißmoränenablagerung N von Germerswang an Hängen und auf Höhen Überreste glazialer Schotterfluren, bis zum Hügelabfall gegen die Isar hin, festgestellt werden; dies weist (ebenfalls) auf eine erst diluviale Saumbildung gegen die heutige Münchener Ebene hin.