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Zur Sedimentpetrographie des Oberpliozäns und Altdiluviums der mittleren Oberrheinebene

Sindowski, Karl-Heinz

Kurzfassung

Im Vorhergehenden ist eine Reihe oberpliozäner und altdiluvialer Sedimente auf ihre Schwermineralzusammensetzung hin untersucht worden. Da Verfasser in ein anderes Arbeitsgebiet versetzt wurde und die Arbeit nicht fortführen konnte, mußte es bei einer reinen Beschreibung der Verhältnisse bleiben. Aus den Korngrößen- und Schwermineralanalysen des Weißen Oberpliozäns und der Freinsheimer Schichten ist deutlich ersichtlich, daß ein charakteristischer Unterschied in Korngrößensortierung und Schwermineralführung (Biotit) zwischen beiden besteht. Die Schwermineralführung des altdiluvialen Tones von Jockgrim (Schicht 4 und 5 nach SCHWEGLER 1935) ist in ihrer Zusammensetzung eigenartig. Sie hat große Ähnlichkeit mit der von Sanden, die der alpine Rhein ablagerte. Aus Mangel an Vergleichspunkten - die Rheinsande von Mosbach (Mosbach II) geben anscheinend keinen genauen Anhalt - mußte die Frage vorerst offen bleiben, ob die ,alpine" Schwermineralführung des Jockgrimer Tones einem altdiluvialen alpinen Urrhein entstammt. Von den altdiluvialen Sedimenten bei Westhofen (Schießstand) fällt die mittlere braune Lage mit Wasserschnecken durch ihre besondere Schwermineralführung auf. Wie die Analysen ihres Liegenden erweisen, müssen die Schwermineralien größtenteils neu zugeführt sein. Auffällig ist der hohe Gehalt metamorpher Mineralien. Die Sande von Mauer, die zum Vergleich herangezogen werden, führen eine uncharakteristische Schwermineralvergesellschaftung. Dies ist auf das meist aus Buntsandstein bestehende Einzugsgebiet des Neckars zurückzuführen. Das Diagramm (Abb. 6) zeigt eine Zusammenstellung der Schwermineralanalysen von unterpliozänem Dinotheriensand, dem Oberpliozän und den verschiedenen Fundpunkten altdiluvialer Sedimente.