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Gemeinschaftsarbeit im Aachener Steinkohlenbezirk

Hahne, C.

Kurzfassung

Der Bergbau verlangt heute mehr denn je vom Geologen, daß er bestimmte Aussagen über das Aussehen der Flöze und des Gebirges in noch nicht verritzten Gebieten, die in Angriff genommen werden sollen, im voraus machen kann. Hierfür ist es notwendig, alle Aufschlüsse des Untersuchungsgebietes systematisch aufzunehmen. Es genügt z. B. heute nicht mehr, irgendwo Leitflöze und Leithorizonte auszuscheiden, sondern diese müssen über das ganze aufgeschlossene Gebiet in ihrem faziellen Verhalten verfolgt werden. Es muß das fazielle Verhalten des gesamten Gebirges über das Untersuchungsgebiet hin geprüft werden. Nur so kann man zu brauchbaren Schlüssen über das Verhalten der Mächtigkeit und Zusammensetzung des Mittels (z. B. Sandgesteingehalt), über das Verhalten der Fossilhorizonte, der Kohlenmächtigkeit und des Bergegehaltes u. a. m. kommen. In diesem Sinne untersuche ich und meine Mitarbeiter den Aachener Steinkohlenbezirk. Systematisch werden alle noch offenen Strecken in den Gruben des Aachener Reviers aufgenommen. Diese Arbeit kann nicht von einem Einzelnen geleistet werden. Es muß eine Gemeinschaftsarbeit sein. An und für sich würden junge Geologen oder Montangeologen die geeigneten Mitarbeiter sein. Für diese Kräfte müßten jedoch Geldmittel aufgebracht werden, wie sie in den vergangenen Jahren niemals für diese Untersuchungen zur Verfügung standen. Ich habe daher in erster Linie Bergbaustudierende unserer Hochschule herangezogen und diese im Rahmen der geologischen Meldearbeit, die vor dem Diplomexamen laut Studienplan abzuleisten ist, für die Aufgaben angesetzt. Ein Nachteil war, daß die Mitarbeiter im allgemeinen keine gründlichen geologischen Kenntnisse, zum mindesten nicht in der von mir gewünschten Richtung, mitbrachten, da die Geologie im Studienplan der Bergleute noch nicht die ihr zukommende Rolle einnimmt. Es war also nötig, die Studenten erst einmal gründlich auf die Arbeit vorzubereiten. Dieses geschah zunächst in einer Vorlesung und Übung über die praktische Geologie der Kohlenlagerstätten. Sodann wurden in besonderen, kurz vor Beginn der Arbeiten angesetzten Übungen die Petrographie der Karbongesteine und die Fossilien des Karbons noch einmal besonders kursmäßig gedrillt. Schließlich wurde ein kurzer Überblick über die allgemeinen geologischen Verhältnisse des zur Untersuchung angesetzten Gebietes gegeben. ...