Original paper

Die deutsche Südsee und Kiautschou Geologie und Bodenschätze

Range, Paul

Kurzfassung

Einleitung: Der deutsche Besitz in Ozeanien und Asien war räumlich sehr ausgedehnt und zersplittert. Der Hauptteil erstreckte sich von 21° nördlicher bis 8° südlicher Breite und von 134° bis 174° östlicher Länge. Dazu kam noch das unter 14° S, 170° W gelegene Samoa und das an Ostasiens Küste unter 36° N, 120° O liegende Kiautschou. Das weitaus größte Landgebiet war Kaiser-Wilhelms-Land auf Neu-Guinea, dann folgte der Bismarckarchipel, schließlich Bougainville und die Salomonsinseln. Das zerstreute Inselgebiet nördlich davon erstreckte sich über 20 Breiten- und 40 Längengrade, hatte aber nur 2481 qkm Land in über 5 000 000 qkm Wasserfläche. Die Inseln sind über ein Gebiet verteilt, das fast der Breite des Nordatlantik gleichkommt. Der Gesamtbesitz hatte mit 243 819 qkm etwa die halbe Größe des heutigen Deutschen Reiches. Dazu kommt noch Kiautschou mit 552 qkm. Die Feindmächte haben nach dem Diktat von Versailles den deutschen Südseebesitz als einstweilige Mandatare folgendermaßen aufgeteilt: Kaiser-Wilhelms-Land, Neu-Pommern, Neu-Mecklenburg und die Inseln südlich des Äquators wurden von der Commonwealth of Australia als Mandat übernommen, sie heißen jetzt Territory of New Guinea, New Britain und New Ireland. Über Nauru, das gleichfalls von Australien verwaltet wird, ist jeweils ein besonderer Bericht an den Völkerbund erstattet. Die Inseln nördlich des Äquators sind japanisches Mandat, also die Karolinen, Marianen, Palaus und die Marschallinseln. West-Samoa (d. i. das frühere deutsche Schutzgebiet) wird von Neu-Seeland verwaltet. Kiautschou ist an China zurückgegeben. Die geologische Kenntnis der deutschen Südseekolonien ist weit weniger fortgeschritten als die unserer afrikanischen Schutzgebiete. Eine systematische geologische Aufnahmearbeit hat es zur Zeit der deutschen Herrschaft nicht 1 gegeben, auch die Mandatsmächte haben bisher eine solche nicht eingerichtet. Was uns von denselben bekanntgeworden ist, verdanken wir mehr den zufälligen Kenntnissen von Expeditionsleitern, daneben der Arbeit von Fachgelehrten in Europa. Es ist daher nicht möglich, schon einen Abriß der Stratigraphie von Neu-Guinea, Neu-Pommern, Neu-Mecklenburg und Bougainville zu geben, und noch viel weniger kann die Tektonik dieser Gebiete mit einiger Aussicht auf Richtigkeit dargestellt werden, ebenso wissen wir bodenkundlich und bergbaulich nur wenig Exaktes. Die kleineren Inseln sind zum Teil besser bekannt. ...