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Die geologische Erschließung Deutsch-Ostafrikas in der Nachkriegszeit

Hennig, Edwin

Kurzfassung

BORNHARDT'S klassisches Werk ,Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas" von 1900 hatte die schlechthin ideale Grundlage für alle weitere Ausbau-Arbeit geliefert. Nur gelegentlich waren bis zum Weltkriege von Regierungsseite für bestimmte rein praktische Fragen Geologen noch herangezogen worden (LIEDER, DANTZ, TORNAU). Alle eigentliche Erschließungsarbeit blieb privater Initiative vorbehalten. Gutachtertätigkeit wie rein forscherische Unternehmungen konnten von Natur nicht ganze Arbeit machen, stets nur Teilgebiete und Sonderaufgaben in Angriff nehmen. Die Hingabe an die koloniale Sache hat dennoch die Wirkung gehabt, daß nach Kriegsschluß inmitten aller Verächtlichmachung deutschen Wirkens ein objektiv-ritterlicher Brite wie GREGORY 1921 das Urteil fällte: ,Das Gebiet, welches die Kolonie Deutsch-Ostafrika umfaßte, ist geologisch der bestbekannte Teil Aequatorial-Afrikas." Viel wertvolle Beobachtungen und Tagebücher waren dem Kriege zum Opfer gefallen, leider auch unnötigerweise infolge Beschlagnahmung (und das bedeutet: Unbrauchbarmachung) durch den Gegner; so KRENKEL'S Aufzeichnungen über zentrale Teile des Landes, G. SCHULZE'S Beobachtungen und Material aus dem Norden, des Missionars AMBROSIUS MAYER höhlenkundliche und prähistorische Erkundungen im Matumbi-Berglande. Daneben gingen auch sachliche Werte verloren, wie manches von den 1914 in Daressalaam zur Ausstellung gebrachten Ausgrabungsergebnissen vom Tendaguru, KRENKEL'S und RECK'S Aufsammlungen während der Kampfzeit. Waren doch mehrere wissenschaftliche Unternehmungen an sehr verschiedenen Teilen der Kolonie von dem kolonialen Raubkriege überrascht worden: GÜRICH, G. SCHULZE und SATTLER in Vorbereitungen zu Untersuchungen und Grabungen an der Oldoway-Fundstelle, KRENKEL in der Absicht, am Tendaguru neue Ausgrabungen ins Werk zu setzen, RECK als wissenschaftlicher Organisator auf der Ausstellung in Daressalaam. ...