Original paper

Geologie von Togo und Kamerun

Behrend, Fritz

Kurzfassung

Durch den Friedensvertrag von Versailles ist bekanntlich der gesamte deutsche Kolonialbesitz von der Entente in Mandatsverwaltung genommen worden. Während bei der Verteilung der Mandate Großbritannien Südwest-Afrika und Neuguinea ganz und Deutschostafrika zum allergrößten Teil übernahm (außer Ruanda und Urundi, die an Belgien fielen) hat es sich mit Frankreich in die Verwaltung und Ausbeutung von Togo und Kamerun geteilt. a) Togo: Togo, die kleinste unserer afrikanischen Kolonien, hat einen Flächeninhalt von 68 292 qkm, umfaßt also ungefähr den Raum von Bayern und Thüringen. Die Mandatsmächte verteilten das Land derart unter sich, daß England im Westen eine Zone von 34 292 qkm übernahm, die es verwaltungsmäßig an seine Goldküstenkolonie angliederte. Wie England seinen Mandatsteil entwickelt und was es wirtschaftlich herausholt, ist nicht mit Sicherheit zu sagen, weil die herausgegebenen Rechenschaftsberichte sehr dürftig sind. Frankreich erhielt den östlichen, 52 000 qkm umfassenden Teil der Kolonie. Dieser wird zwar vom östlich anschließenden Dahomey aus verwaltet, jedoch als besonderes Gebiet. Die wirtschaftliche Entwicklung wird jährlich durch gewissenhafte Mandatsberichte nachgewiesen. Eine Gewinnung von nutzbaren Mineralien hat in Togo bisher nicht stattgefunden. b) Kamerun: Die Größe unserer Kolonie Kamerun hat sich mehrfach geändert. Das ursprüngliche alte Kamerun umfaßte eine Fläche von 519 000 qkm; dazu kam noch ein erhebliches Gebiet zwischen den Flüssen Schari und Logone im Tschadseegebiet, dessen genauer Flächeninhalt mir leider nicht bekannt ist. Durch den Marokkovertrag von 1911 trat Frankreich als Entschädigung für die Ansprüche in Marokko einen Teil seines Besitzes in Äquatorialafrika an der Kameruner Ostgrenze und einen Teil von Gabun an der Südgrenze an Deutschland ab. Dieser ganze Neubesitz umfaßte etwa 270 000 qkm. ...