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Die Gerölle im Turon-Sandstein entlang der Lausitzer Überschiebung im Eibsandsteingebirge

Seifert, Alfred

Kurzfassung

Gerölle und konglomeratische Schichten, die sich aus Quarz und anderem Geröllmaterial zusammensetzen, kommen im Turon des Eibsandsteingebirges nur an einigen Stellen in einem durchschnittlich nur einige hundert Meter breiten Streifen längs der Lausitzer Überschiebung vor (Abb. 3). Sie lassen sich in allen Turon-Horizonten im Hangenden der Labiatus-Stufe nachweisen. Entweder handelt es sich um eine Beimengung von Geröllen zu grobkörnigen Sandsteinen oder um konglomeratische Schichten, die bis 1,50 m Mächtigkeit erreichen. Manche Vorkommen sind nach S gerichtete zungenförmige Schüttungen, deren Geröllkomponenten von N nach S an Größe rasch abnehmen. An der Zusammensetzung der Konglomerate beteiligen sich folgende Gesteine: Sandiges Brauneisenerz, vererzte Sandsteine, Brauneisen, Quarze, Kalksandstein, Kristallquarzit, gewöhnlicher Sandstein, glaukonitischer Sandstein, Kalksandstein, Hornstein, Granit, Ton bzw. Letten, (Feldspat). Die Gerölle müssen im Zusammenhang mit folgenden Gesteinen bzw. Schichtgruppen untersucht werden: Grundgebirge, Rotliegendes, Trias (?), Jura (hierzu wird ein bisher unbekanntes Vorkommen beschrieben), präcenomane Verwitterungsbildungen, Kreide. Von diesen haben sich bereits sicher oder mit großer Wahrscheinlichkeit als Lieferanten von Geröllen erwiesen: Lausitzer Biotitgranit, kalkiger Jura-(Dogger-) Sandstein, Malmkalk, verkieselte Malm-Oolithe, kretazischer glaukonitischer Sandstein. Die Herkunft der Gerölle aus sandigem Brauneisenstein von präcenomanen Verwitterungsbildungen im Gebiet von Jura-Ausstrichen wird vermutet (Erweiterung der Hypothese HÄNTZSCHELS). Die Herkunft vieler Gerölle weist auf ein dem Gebiet der späteren Lausitzer Überschiebung unmittelbar benachbartes, sedimentlieferndes Festland hin (Lausitzer Granitmassiv), während die Herleitung des Geröllmaterials von der weit im O gelegenen ,Riesengebirgsinsel" SCUPINS für gewisse Gerölle unmöglich ist. Ein etwa ehemals vorhandener kontinuierlicher Konglomeratsaum kann infolge der späteren Tektonik zerstört sein. Für die Sedimentation der Konglomerate sind sehr wahrscheinlich gleichzeitige tektonische Bewegungen in der Zone der späteren Überschiebung verantwortlich zu machen.