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Über Echinodermenreste aus Jura und Kreide und ihren stratigraphischen Wert

Wolburg, J.

Kurzfassung

In den Schlämmrückständen der Jura- und Kreidetone werden außer den stratigraphisch wichtigen Foraminiferen oft zahlreiche Echinodermenreste gefunden. Solche sind in der geologischen und paläontologischen Literatur öfter abgebildet und z.T. nicht richtig oder gar nicht gedeutet. Auch in dieser Zeitschrift wurde eine Tafel mit ,Ophiuroidea" aus dem Hauterive veröffentlicht (EICHENBERG, 1932, S. 502). Mit Ausnahme der beiden auf der Tafel ganz links stehenden Figuren, die wirklich Ophiurenwirbel (Ambulacralia) sind, handelt es sich um Crinoidenarmreste. Sie zeigen die den Armgliedern vieler Crinoiden typische Gelenkfläche, die Gelenkleiste mit den angrenzenden Muskel- und Ligamentgruben und den Durchtritt des Axialkanals. Die meisten Stücke lassen sogar die ventrale Einbuchtung der Ambulacralfurche erkennen, die proximal meist breiter ist als distal. Die Figur oben links stellt das Anfangsglied eines Armes dar. Crinoidenarmglieder, die den von EICHENBERG abgebildeten gleichen oder ähnlich sind, finden sich in den verschiedensten Horizonten jurassischer und kretacischer Ablagerungen. Es seien hier einige Glieder aus dem Lias von Groß-Freden und Salzgitter abgebildet. Abbildungen 1-4 zeigen die Ventralfurche, den Axialkanal und die Gelenkflächen (dorsalseitig die Ligament- und ventralseitig die Muskelgruben), Abb. 5 und 6 außerdem die Ansätze eines Nebenarmes bzw. einer Pinnula mit denselben Gelenkelementen wie sie die Hauptglieder haben. Neben diesen ,normalen" Armgliedern kommen solche mit distalen Fortsätzen an der Ventralseite vor, die an Abb. 7-8 zu sehen sind. Diese dornähnlichen Vorsprünge dienen einerseits als Stütze sich abzweigender Nebenarme, andererseits geben sie die Gewähr einer größeren Stabilität der Arme, indem sie in die unten breitere Ambulacralfurche des nächstfolgenden Gliedes hineinragen. Die Ventralfurche setzt sich bis fast in die Spitze dieser etwas schräg stehenden Dornen fort (siehe Abb. 7 a), um dann in das nächste Glied hinüberzuleiten. Ich wage nicht zu entscheiden, ob sich diese Armglieder näher bestimmen lassen, denn über die Armtracht läßt sich an den Einzelgliedern nichts aussagen. ...