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Der Westrand der POMPECKJ'schen Schwelle zur Kreidezeit in Hannover

Riedel, Leonhard

Kurzfassung

A. Einleitung: Paläogeographische Betrachtungen im Gebiet der hannoverschen Salzstöcke werden stets maßgebend von einem Faktor der Unsicherheit beeinflußt. Diese Unsicherheit wird bedingt durch die komplizierten und mannigfaltigen Bewegungen der einzelnen Salzstöcke und besonders ihrer Randschollen. Hierdurch wird man leicht verführt, lokalen Verhältnissen eine regionale Bedeutung beizumessen. Immerhin haben die neuen Aufschlüsse an den verschiedenen Salzstöcken erlaubt, eine ganze Reihe von Beobachtungen zu machen, die gut ineinanderpassen und allem Anschein nach mehr als zufallsbedingt sind. So konnte es gewagt werden, die angetroffenen Verhältnisse einmal regional für die Kreideformation nach einheitlichen Gesichtspunkten zu einem Bild in größerem Rahmen zusammenzufassen. Man muß sich jedoch darüber klar sein, daß die im Verlauf der Arbeit aufgestellten Thesen, wenn sie auch ein erhebliches Maß von Wahrscheinlichkeit in sich tragen, noch eines exakten Beweises entbehren. Dieser würde jedoch nur durch Muldenaufschlüsse (zwischen den einzelnen Salzstöcken) sowohl im Becken als auch auf der Schwelle zu erbringen sein; es ist aber kaum wahrscheinlich, daß in absehbarer Zeit derartige Aufschlüsse gemacht werden. Darum stellen die in dieser Arbeit gezeitigten Anschauungen vorläufige Ergebnisse nach dem jetzigen Stand unserer Kenntnis dar. B. Literaturübersicht: Die POMPECKJ'sche Schwelle ist eine Barre, die POMPECKJ 1896 zur Erklärung der Faunenunterschiede des Unter- und Mittel-Cambriums in Böhmen und im Baltikum annahm. 1921 (S. 322) hat sich POMPECKJ näher über die Lage dieses Landrückens geäußert: Nordsee - jütische Halbinsel - mittleres Norddeutschland - Ostrand des heutigen böhmischen Pfeilers - Oberschlesien - Karpathen. Entsprechend sind auch die Zeichnungen der ,jütischen Insel" bei BORN (1926, S. 85, 88), der außerdem (S. 84, 85) auf die Unterschiede der cambrischen Faunen Englands und des skandinavischen Beckens hinweist. In der Literatur findet sich, soweit mir bekannt ist, der Ausdruck ,POMPECKJ'sche Schwelle" zum ersten Mal bei HAACK (1926, S. 294), aber immer noch bei der Betrachtung paläozoischer Verhältnisse. ...