Original paper

Versteifung von Lackprofilen bei schwer ablösbaren Gesteinen

Jessen, Werner

Kurzfassung

Zur Vervollständigung einer im Aufbau begriffenen geologischen Heimatschausammlung des Gießener Geologischen Institutes stellte ich seit 1935 Bodenprofile nach der von VOIGT-Halle ausgearbeiteten Lackfilmmethode her (VOIGT 1933, 34, 35, 36), in deren Anfertigung er mich selbst einführte. Neben der eindrucksvollen Veranschaulichung der Böden, die aus den in zugehörigen Schaukästen ausgestellten Gesteinen entstehen, sind diese Profile in Vorlesungen zugleich ein gutes Lehrmittel für die verschiedenen Bodenarten und -typen, das besonders für im Nebenfach Geologie Studierende - z. B. der Forst- und Landwirtschaft - von großem Wert ist. Außer den Bodenprofilen kann man aber durch diese Methode auch z.B. die Wanderung des Eisens auf Klüften und in zur Aufnahme geeignete Schichten, seine Anreicherung im Ortsteinhorizont, ja auch die sonst nur in schematischen Tafelzeichnungen darstellbaren Verwerfungen sowie einfache und Kreuzschichtung am natürlichen Gegenstand zeigen, was selbstverständlich ungleich anschaulicher ist. Die Erscheinungsformen der Verwitterungslagerstätten wie die der Vogelsberg-,Bauxite" und der Basalteisensteine lassen sich furch überhaupt erst im natürlichen Verband darstellen. Zahlreiche weitere Anwendungsarten der Lackfilmmethode hat VOIGT (1936) ausführlich beschrieben. Während sich Kieselgur-, Löß-, Sand-, ja sogar Diluvialschotterprofile bis apfelgroßen Geröllen leicht auf die von VOIGT beschriebene Weise herstellen ließen, stießen wir bei anderen Gesteinen, die unter dem obersten Verwitterungsboden in sich fester zusammenhängen, auf größere Schwierigkeiten. Es kam uns aber gerade darauf an, nicht nur den lockeren Verwitterungsboden allein, sondern ein vollständiges Profil von der Grasnarbe bis zum möglichst unveränderten Ausgangsgestein zu erhalten. Eine Loslösung des einfachen Lackfilmes von unten nach oben, wie sie bei den dünnschichtigen Profilen von Sand u. a. durchaus das Richtige ist, brachte hier durch die Schwere des anhaftenden Gesteins häufig ein Zerreißen mit sich. Obenein ist es hierbei meist unmöglich, von unten her beim Ablösen nachzuhelfen.