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Über Hipparion-Reste aus der obermiozänen Süßwassermolasse Südwestdeutschlands

Tobien, H.

Kurzfassung

Aus den zur oberen Süßwassermolasse gehörenden Öhninger Schichten im Hangenden der Deckentuffe am Höwenegg südlich Immendingen a.d. Donau werden Hipparionreste (1 Oberkieferprämolar, 2 Oberkiefermolaren, 2 Unterkieferprämolaren, 1 proximales Radiusfragment) beschrieben. Dieser Fund stellt, da er aus sicher obermiozänen Sedimenten stammt, für Westeuropa ein stratigraphisches Novum dar. Es handelt sich wohl um einen Vorboten der großen aus dem Osten kommenden Faunenwanderung, die im Pliozän Europa erreicht und durch die Säugetierwelt von Pikermi, Eppelsheim, Samos usw. gekennzeichnet ist. Da in Osteuropa Hipparion offenbar schon im obersten Miozän (Sarmat) vorhanden ist (Sebastopol), so ist der Gedanke nicht ganz abweisbar, die hangenden Schichten der oberen Süßwassermolasse (mio 3, mio 4 und mio 5 der SCHMIDLE-SEEMANN'schen Gliederung) könnten dem Sarmat, die tieferen (mio 1 und mio 2) dann dem Torton angehören. Voll beweisend wäre hierfür jedoch erst der Charakter der gesamten Säugetierfauna der obersten Süßwassermolasse.