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Die Glazialgeologie Chiles

BRÜGGEN, J.

Kurzfassung

Der Vortragende behandelte zunächst die Wüstenzone des nördlichen Chiles, für die keine quartäre Pluvialzeit nachzuweisen ist. In den Hochanden Nordchiles wo die spärlichen Niederschläge heute nicht ausreichen, um Firn und Gletscher zu bilden, und wo der Verdunstungsüberschuß bis 4 m im Jahre beträgt, muß dagegen zur Eiszeit eine beträchtliche Zunahme der Niederschläge angenommen werden. Dies läßt sich auch aus den Terrassen quartärer Seen erkennen, deren trockener Boden heute von ausgedehnten Salzpfannen bedeckt ist. In Mittelchile kann man bisher vier große Moränensysteme unterscheiden, die wahrscheinlich ebenso vielen Eiszeiten entsprechen. Die ältesten Moränen finden sich auf der 300 m hohen Hochebene der Küstenkordillere und sind unabhängig von der heutigen Topographie und älter als der Grabenbruch des Längstales. ...