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Sind im verdeckten Teil des variskischen Gebirges noch bauwürdige Lagerstätten zu erhoffen?

KOSSMAT, FRANZ

Kurzfassung

Das Grundgerüst von Mitteleuropa besteht aus dem gefalteten und zerbrochenen alten Rumpfgebirge, dessen Schollen zu einem großen Teil diskordant von mesozoischen und känozoischen Ablagerungen überdeckt werden, so daß sich die Struktur weiter Gebiete der unmittelbaren Beobachtung entzieht. Da aber der variskische Bau der sichtbaren Abschnitte des alten Gebirges hinsichtlich seiner Bodenschätze in vorderer Linie steht, ist zunehmen, daß die von jüngeren Gebilden überdeckten Gebiete auch in praktischer Beziehung eine systematische Durchforschung mit den verfügbaren geologischen Hilfsmitteln verdienen. In neuerer Zeit gewinnt die Geophysik eine ständig zunehmende Bedeutung für die Unterstützung der geologischen und bergmännischen Untersuchungsmöglichkeiten. Besonders sind es die Messungen der unterirdischen Massenverteilung, die wichtige Schlüsse zulassen und bei bergmännischen Untersuchungen in vielen Fällen geradezu notwendig sind. Das gleiche gilt für die Feststellung der magnetischen und elektrischen Eigenschaften des Bodens. Auch die seismographischen Methoden ergaben in neuerer Zeit sehr bemerkenswerte Aufschlüsse. Man darf allerdings von den physikalischen Eigenschaften des Untergrundes im allgemeinen keine direkt bergmännisch verwertbaren Hinweise erwarten, sondern muß sich begnügen, durch sie auf Änderungen in der Beschaffenheit des Untergrundes aufmerksam gemacht zu werden, d. h. auf Faktoren, die für weitere Untersuchungen bergmännischer Art zu verwerten sind. Die ständige Zusammenarbeit von Geologen und Geophysikern ist daher unbedingt geboten. So angewendet sind aber diese Vorarbeiten ein Mittel, um zweckloses Suchen möglichst zu vermeiden. Im Folgenden sollen einige Beispiele besprochen werden, in denen die Möglichkeit weiterer Ausdehnung von Lagerstätten durch geologische oder physikalische Mittel überprüft werden kann. ...