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Über die Prüfung von Naturgesteinen auf ihre Frost- und Wetterbeständigkeit

BREYER, HANS

Kurzfassung

Die Prüfung der Naturgesteine auf ihre Frost- und Wetterbeständigkeit und ihre Bewertung in dieser Richtung ist ein Problem. Um diese Frage zu lösen, hat man früher Naturgesteine lediglich dem praktischen Gefrierversuch im Gefrierschrank (4, 5, 9) unterworfen in dem Glauben, dieser Versuch würde allein genügen, um praktisch brauchbare Ergebnisse zur eindeutigen Beurteilung der Frost- und Wetterbeständigkeit von Gesteinen zu erhalten. So hat unter anderen noch 1929 H. HOEFFGEN (13) die Meinung vertreten, daß die Prüfung von Naturgesteinen auf ihre Frostbeständigkeit durch die Gefrierprobe im Frostschrank am natürlichsten und am sichersten ist und daß die Durchführung der Gefrierprobe als die sicherste Bestimmung der Frostbeständigkeit von Naturgesteinen gilt. Diese Auffassung ist gerade bei HOEFFGEN (13) um so verwunderlicher, als er in seiner eingehenden Arbeit anführt, daß die Genauigkeit der praktischen Gefrierversuche und damit die Beanspruchung der Versuchskörper und die als Ergebnis erscheinende ,Frostbeständigkeit" von Gesteinen abhängig ist von: 1. der Größe der Versuchskörper, 2. der Form der Versuchskörper, 3. der spezifischen Wärme der Versuchskörper, 4. der Temperatur der Versuchskörper, 5. der Dauer der Frosteinwirkung, 6. der Feuchtigkeit der Versuchskörper, 7. der Feuchtigkeit des Gefrierraums, 8. der Größe des Gefrierraumes, 9. der Wärmekapazität, spezifischen Wärme und Bewegung der Sole, 10. der Temperaturverteilung im Gefrierraum und in den Versuchskörpern, 11. der Geschwindigkeit bei der Abkühlung der Versuchskörper und 12. dem Vorgang beim Auftauen der Versuchskörper. Die Klärung dieser die Genauigkeit des praktischen Gefrierversuchs beeinflussenden Umstände ist noch nicht erfolgt, denn die Erforschung dieser Umstände ist ein Kapitel für sich. Es sind nun aber gerade diese unsicheren Umstände ein gewichtiger Beweis für die beim Gefrierversuch im Gefrierschrank möglichen Zufälligkeiten, Ungenauigkeiten und für die mannigfachen Einflüsse, die sowohl die Beanspruchung der Proben im Gefrierschrank, als auch die Ergebnisse dieses Frostversuchs beeinflussen. Zudem ist noch keineswegs erwiesen, ob, wie HOEFFGEN (13) glaubt, die praktische Gefrierprobe die natürlichen Beanspruchungen hinsichtlich der Einwirkung von Frost auf Naturgesteine weitgehend nachahmt und daher als eine unmittelbare Bestimmung der Frostbeständigkeit von Gesteinen angesehen werden kann. ....